Die Enttäuschung nach dem 1:3 gegen die Nürnberg Ice Tigers ist den Eisbären (v.l.) Nicholas Jensen, Mathias Niederberger und Leo Pföderl deutlich anzusehen. Foto: City-Press/Marco Leipold

„Ich bin enttäuscht von unserem Spiel.“ So ging es nicht nur Serge Aubin nach dem 1:3 seiner Eisbären gegen Nürnberg. Der Trainer sah sein Team „zu verspielt“ und vermisste „härtere Arbeit über die gesamten 60 Minuten“. Dass er weiter wichtige Spieler vermisst, darüber verlor er kein Wort.

Jammern hilft eh nicht, der Coach muss mit dem Personal arbeiten, das er zur Verfügung hat. Der Kader ist tief und gut besetzt, Aubin bot auch gegen Nürnberg vier Sturmreihen auf.

„Darf kein Ausrede sein“

Aber: Ohne die verletzten Blaine Byron (9 Tore/11 Vorlagen), Zach Boychuk (7/6), Kevin Clark (7/5) und Gerade-erst-Zugang Marco Baßler fehlen viel Power und Torgefahr.

Das hat sich in den Hinterköpfen festgesetzt. Mark Zengerle, der mit seinem ersten Saisontor (1:2, 39.) für den einzigen Lichtblick gegen die Ice Tigers sorgte, sagt: „Dass uns einige Spieler fehlen, darf keine Ausrede sein.“

Selbstverständlichkeit ist futsch

Bei Manuel Wiederer klingt das so: „Natürlich fehlen gerade einige erfahrene Spieler, das lassen wir aber nicht als Ausrede gelten.“ Was als Selbstkritik gedacht war, verdeutlicht: Die Eisbären kämpften am Wochenende (auch beim 5:4 nach Penaltys in Bietigheim) mehr mit sich als mit den Gegnern. Ohne vier sind wir nicht wir.

Durch die Ausfälle musste Aubin seine Angriffsreihen durch die Bank umstellen. Der gewohnte Kombinationsfluss stockt, Automatismen funktionieren nicht. Die so herrlich leichte Selbstverständlichkeit des Eisbären-Spiels ist futsch.

Donnerstag gegen Düsseldorf

Das ohnehin schon desaströse Powerplay (mickrige 14,47 Prozent bedeuten, Liga-Platz 14) leidet noch mehr, wenn mit Clark (vier Treffer in Überzahl) die bisher größte Hoffnung fehlt.

Am Donnerstag geht es gegen Düsseldorf (19.30 Uhr, MB-Arena) schon weiter. Viel Zeit hat Aubin nicht, um seine Jungs von der eigenen Stärke wieder zu überzeugen. Das Beste wäre ohnehin, die Verletzten kommen schnell zurück ...