Es ist wie zuletzt so häufig. Die Eisbären müssen eine Enttäuschung verdauen, am Ende jubelt immer der Gegner wie hier Münchens Patrick Hager.
Es ist wie zuletzt so häufig. Die Eisbären müssen eine Enttäuschung verdauen, am Ende jubelt immer der Gegner wie hier Münchens Patrick Hager. Foto: Imago/Andreas Gora

Neues Jahr, alte Leier bei den Eisbären. Phasenweise (was wie immer zu wenig ist) gegen DEL-Primus München richtig gut gespielt, nach 0:3-Rückstand noch auf 2:3 (0:2, 2:1, 0:0) vor für diese Kracher-Partie fast schon peinlichen nur 9423 Zuschauer in der MB-Arena verkürzt, aber am Ende erneut null Punkte auf dem Konto. Vizemeister Red Bull thront weiter über allen, Meister Eisbären kämpft weiter verzweifelt ums sportliche Überleben.

Und: Anders als noch am Freitag spielt die Abstiegs-Konkurrenz diesmal nicht ganz mit. Schlusslicht Bietigheim geht zwar in Bremerhaven 0:5 unter, aber Augsburg als direkter Verfolger setzt mit dem 7:6 nach Verlängerung in Wolfsburg (nach 5:1-Führung!) ein kleines Achtungszeichen und verkürzt (bei auch noch zwei Spielen weniger) den Rückstand auf die Eisbären auf sechs Punkte.

Nach nur 42 Sekunden ist der Matchplan im Eimer

Bei allem, was man bei der mit nur einem Zähler wenig erfolgreichen Auswärts-Trilogie vorm Jahreswechsel oder auch der Aufholjagd gegen München nach dem 0:3-Rückstand auch an Positivem finden mag – unter dem Strich fehlen schlichtweg Punkte.

Die Roten Bullen haben leichtes Spiel. Schneller Start ins Spiel mit dem 0:1 durch Ex-Bär Austin Ortega nach 42 Sekunden, der Matchplan des EHC ist ruck, zuck im Eimer. Das 0:2 durch Jonathan Blum nachgelegt (11.) und schnell in den zweiten Abschnitt gestartet mit dem 0:3 durch Ben Street (22.). Die Eisbären wirken wie Statisten. 

Erst ein Powerplay bringt den Meister zurück, Giovanni Fiore trifft zum 1:3 (34.) und legt nur 89 Sekunden später tatsächlich das 2:3  (35.) nach. Mehr geht gegen München aber nicht, das sich sogar den Luxus leistet und für Mathias Niederberger, der die Eisbären 2021 und 2022 zum Titel hexte, Talent Daniel Allavena ins Tor stellt.    

Eisbären-Boss fordert Einsatz und Punkte

Wie ernst die Lage trotz aller nach außen getragenen Coolness (Trainer Serge Aubin: „Ich bin ganz zufrieden, es fehlen nur Punkte“; Stürmer Kevin Clark: „Wir sind auf einem guten Weg“) ist, verrät Thomas Bothstede nach der ersten Drittelpause bei  MagentaTV. Der Eisbären-Geschäftsführer sagt: „Natürlich ist es schöner in die Halle zu kommen, wenn es läuft. Aber wir müssen die Situation annehmen.“

Eisbären-Geschäftsführer Thomas Bothstede
Eisbären-Geschäftsführer Thomas Bothstede Foto: Imago/Matthias Koch

Auf das Thema Abstieg angesprochen, wird Bothstede richtig energisch: „Ich beschäftige mich jeden Tag damit, dass es schiefgehen kann. Das muss man machen.“ Einmal in Schwung, legt der Boss dramatisch nach: „Wir müssen punkten. Vielleicht nicht gerade gegen München, auch wenn sich das ganz bitter anhört. Wir brauchen Punkte, wir müssen Gas geben.“

Nächste Gelegenheit ist schon am Mittwoch, wenn die Kölner Haie in die MB-Arena kommen.

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