Wie hier Mark Zengerle gehen die Eisbären Berlin doch noch vor der Düsseldorfer EG in die Knie ... Foto: City-Press/Matthias Renner

Die Eisbären bleiben in der Leistungs-Delle. Immer noch ohne drei vergeigen sie in der Verlängerung gegen die Düsseldorfer EG 6:7 (2:1, 2:2, 2:3/0:1). Marcel Noebels macht drei Tore, dreimal erwischt der Meister einen Blitzstart. Aber was er sich in der Defensive in einem vogelwilden Spiel vor 5000 Zuschauern in der MB-Arena leistet, ist dann eher dreist. 

Mit Blaine Byron, Zach Boychuk und Kevin Clark fehlen dem EHC weiter drei verletzte Top-Stürmer. Unter der Woche gibt Trainer Serge Aubin erstmals offen zu: „Wir haben noch viele weitere Angreifer, aber die Ausfälle tun schon weh.“ Wohl wahr.

Leo Pföderl spielt Center

Aubin macht seine Ankündigung wahr: „Wir müssen unsere Offensive ein bisschen umbauen.“ Gesagt getan. In der Top-Reihe ist Leo Pföderl diesmal Center für Marcel Noebels und Yannick Veilleux, in der zweiten Reihe werden Frans Nielsen, Matt White und Giovanni Fiore wieder vereint. Im Tor darf Leon Hungerecker seine Heimpremiere in der DEL geben. 

Wichtig an diesem Abend: Wer zu Drittelbeginn nicht guckt, der verpasst viel. Im ersten dauert es 56 Sekunden, bis Noebels zum 1:0 (1.) trifft. Im zweiten ist Fiore noch schneller, versenkt den Puck nach 42 Sekunden zum 3:1 (21.), im Schlussabschnitt gibt White noch mehr Gas, klinkt nach nur 22 Sekunden zum 5:3 (41.) ein. Wahnsinn!   

Munteres Scheibenschießen

Wie der Rest des Spiels. Irgendwie ist es entspannt. Jeder lässt jeden irgendwie mal machen. Kaum harte Zweikämpfe, kein wirklich harter Check. Und so entwickelt sich ein munteres Scheibenschießen. Noebels nutzt die erste von diesmal zwei Überzahlspielen zum 2:0 (7.), hübscht die mickrige Powerplay-Quote ein wenig auf und vollstreckt dann auch zum 4:1 (26.). Fiore packt später das 6:4 drauf (48.). 

Aber die Bären kriegen den Sack nie zu! Weil sie die DEG immer wieder zurück ins Spiel lassen. Nach dem ersten Anschluss durch Ehl (18.) zum 2:1, bringen Postel (27.) und Svensson (34.) Düsseldorf wieder auf 4:3 ran. O'Donnell gelingt das beim 5:4 (45.), Bittner beim 6:5 (52.). Dann zieht Düsseldorf Torwart Pantkowski für einen sechsten Feldspieler und gleicht durch MacAulay tatsächlich aus - 6:6 (59.). Verrückt! 

K.o. kurz vor Schluss

Aber noch nicht der Tiefpunkt für den EHC. 19 Sekunden vor Ende der fünf zusätzlichen Minuten holt O'Donnell nach Zucker-Vorbereitung von Ex-Eisbär Fischbuch mit dem 6:7 den K.o.-Blitz raus. Da nützen den Eisbären auch drei schnelle Tore nichts, wenn das entscheidende spät auf der anderen Seite fällt ...