Zweimal war Thomas Bothstede mit den Eisbären und dem Meisterpokal schon zum Empfang im Roten Rathaus. Ein drittes Mal ist und bleibt das Ziel.
Zweimal war Thomas Bothstede mit den Eisbären und dem Meisterpokal schon zum Empfang im Roten Rathaus. Ein drittes Mal ist und bleibt das Ziel. City-Press/Jan-Philipp Burmann

Thomas Bothstede (52) kennt als einstiger Fußballer des Teams der Uni El Paso (Texas) die Härten des Sports. Als Geschäftsführer des EHC Eisbären kennt der aus Heide stammende studierte Wirtschaftler die Höhen und Tiefen des Lebens. Bothstede sprang mitten in der Pandemie ins kalte Wasser der DEL. Es begann mit Einschränkungen und leeren Hallen und endete vorläufig mit zwei Meistertiteln. Aktuell stehen die Eisbären kurz vor einem Abstiegsplatz. Neue Sorgen also für den ehrgeizigen EHC-Manager. Durchaus ein Grund, mit Thomas Bothstede zu sprechen.

KURIER: So weit unten in der Tabelle standen die Eisbären zuletzt im Jahre 2001. Bereitet Ihnen die Situation Sorgen?

Thomas Bothstede: „Wir hatten mit zahlreichen unglücklichen Umständen zu kämpfen. Sorgen mache ich mir noch nicht. Trotzdem, Entschuldigung, die Situation ist beschissen. Wir wissen das alle. Aber alle sind wir auch festen Willens, uns aus dieser Situation wieder herauszuziehen. Wir haben uns fest vorgenommen und arbeiten hart daran, nach der Länderspielpause die Situation zum Positiven zu ändern. Wichtig ist, dass wir die Ruhe bewahren.“

Die Eisbären sind auf dem Papier die zweitjüngste Mannschaft der DEL, aber die jungen Spieler erhalten in Berlin kaum Einsatzzeiten, dafür spielen die Jungs ziemlich gut in der DEL2 in Weißwasser. Wie erklären Sie sich diese Situation?

„Ganz einfach. Es wäre doch psychologisch für die Jungs nicht gut, wenn wir sie jetzt in einer prekären Situation aufs Eis schicken würden. Sie hätten dann zu viele negative Erlebnisse. In Weißwasser können sich die Jungen entwickeln und haben gerade in letzter Zeit einige Erfolgserlebnisse. Das hilft uns für die Zukunft.“

Mit 61 Gegentoren gehören die Eisbären gemeinsam mit Bietigheim und Nürnberg zur Schießbude der DEL. Ringt der EHC mit einem Torwartproblem?

„Definitiv nein. Natürlich ist ein Keeper wie Mathias Niederberger nicht von heute auf morgen zu ersetzen. Wir haben mit Ancicka, Markkanen, Noack und dem leider noch verletzten Quapp prima Talente, die schon gezeigt haben, was sie können. Bei den vielen Verletzten, die wir hatten, standen doch auch unsere Torhüter noch nicht wirklich hinter der Stammformation. Das muss man auch mal bedenken. Sie verdienen unser Vertrauen.“

Kann der Trainer nach zwei Meistertiteln in Folge die Mannschaft gegenwärtig noch erreichen?

„Ja, natürlich! Serge Aubin war und ist der absolut richtige Trainer für uns. Die Mannschaft schätzt Aubin sehr und vertraut ihm. So wie ich auch.“

Gibt es Pläne, noch vor dem Wechselschluss Verstärkung zu holen?

„Ich bleibe dabei: Wir schicken trotz der momentan schwierigen Situation eine starke Mannschaft aufs Eis. Wir haben noch eine Lizenz frei. Die werden wir mit Bedacht vergeben.“

Welchen Einfluss können Sie auf die Mannschaft ausüben?

„Ich halte natürlich enge Verbindung zu Peter John Lee, den Trainern, dem Sportdirektor Stephane Richer und den Spielern. Ich denke schon, dass ich mich im Innenleben des Teams auskenne. Ich weiß um die Stimmung und bin deshalb fest überzeugt, dass unsere Situation im Februar ganz anders aussieht, als das im Moment mit Platz 13 der Fall ist.“

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