Sturm-Talent Bennet Roßmy (M.) ist bereit für neue Taten mit den Eisbären.   Foto: City-Press/Marco Leipold

Die Eisbären brennen auf Wiedergutmachung für das 1:3 gegen Nürnberg. Gegen Düsseldorf soll es am Donnerstag (19.30 Uhr, MB-Arena) wieder was zum Jubeln geben. Auch wenn weiterhin mit Blaine Byron, Zach Boychuk und Kevin Clark drei wichtige Stützen fehlen.

Jammern ist nicht, wenn Stars verletzt fehlen, müssen sich andere beweisen. Zum Beispiel Bennet Roßmy (18). Der rückte beim Zwangsumbau der Reihen von der vierten in die dritte auf, erzielte beim 5:4 n.P. in Bietigheim prompt sein erstes DEL-Tor.

Lob fürs erste Tor

Trainer Serge Aubin gratulierte, Roßmy blieb cool: „Es war schon schön, dass es jetzt mal geklappt hat. Ich hatte schon gute Chancen. Es hätte auch früher klappen können.“

Roßmy erzählt das erstaunlich selbstverständlich. Dabei ist es für einen jungen Kerl wie ihn so wenig alltäglich wie seine Bilanz: in 20 von 23 Partien stand er für die Eisbären auf dem Eis, sechsmal für Kooperationspartner Weißwasser.

Ausbildung in Tschechien

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Eisbär Bennet Roßmy, hier im Duell gegen gleich zwei Nürnberger Ice Tigers. 

Seine Ausbildung verlief anders als bei den meisten deutschen Talenten: Sie fand zehn Jahre lang in Tschechien statt. Roßmy kommt aus Olbersdorf am Fuß des Zittauer Gebirges, unweit der Grenze zu Tschechien und Polen.

Er begann in Jonsdorf mit Eishockey, dann meldeten ihn die Eltern bei Spitzenklub Tygri Liberec an. Dort war er Kapitän der U16, spielte vor Beginn der Pandemie als 16-Jähriger fürs U20-Team von Liberec und Zweitligist Benatek. Nach Dresden oder Weißwasser hätte die Anfahrt im Zug eine halbe Stunde länger gedauert ...

„Die Ausbildung in Tschechien ist sehr, sehr gut. Sie investieren dort viel in den Nachwuchs. Ich durfte viel bei den älteren mittrainieren. Das war für mich der richtige Weg“, sagt Roßmy.

„U20-WM in Kanada wäre cool“

Der 1,91 Meter große Stürmer wechselte vom Zittauer Gymnasium aufs Sportinternat nach Liberec. Tschechisch konnte er schon. Dann kam Corona. Die Grenze war zu. Aber Roßmy sagt: „Corona hat mir eine Tür geöffnet.“ Die zu den Lausitzer Füchsen. Dort wurden die Eisbären auf ihn aufmerksam.

Seit August wohnt Roßmy in Berlin. Zum ersten Training nahm er die falsche S-Bahn. Inzwischen ist er näher an den Welli gezogen, hat sich zurechtgefunden und hofft auf die Nominierung zur U20-WM in Kanada: „Wenn ich mitdürfte, wäre das sehr cool.“ 

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