Beim 3:2-Sieg seiner Eisbären am 18. Dezember in Augsburg leidet EHC-Sportchef Stéphane Richer einsam auf der Tribüne mit.
Beim 3:2-Sieg seiner Eisbären am 18. Dezember in Augsburg leidet EHC-Sportchef Stéphane Richer einsam auf der Tribüne mit. Imago/Eibner

„Nachts kann ich manchmal nicht schlafen, weil mir die Eisbären durch den Kopf gehen.“ Das sagt nicht irgendwer, dieser Satz stammt von Stéphane Richer (56). Der Absturz des DEL-Rekordmeisters macht dem gestandenen Profi (1356 Spiele in OMJH, NHL, AHL und DEL) schwer zu schaffen. Schließlich ist er für die Kader-Zusammenstellung verantwortlich.

Nach der aktiven Karriere war er Co- und Cheftrainer, seit Dezember 2010 arbeitet er als Sportdirektor. Erst für die Hamburg Freezers, seit Mai 2017 bei den Eisbären. Doch was in dieser Saison passiert, ist auch für ihn neu. Richer: „Mit dem Abstieg oder einem 13. Tabellenplatz wie gegenwärtig mit den Eisbären musste ich mich noch nie beschäftigen.“ 

Eisbären in der Krise: Alles reine Kopfsache!

In seiner Zeit in Berlin stand der EHC immer im Play-off-Viertelfinale, dreimal im Finale und wurde 2021 und 2022 Meister. „Da ist die momentane Situation schon ungewohnt“, gibt der Ex-Verteidiger unumwunden zu. 

Dass die Eisbären aktuell meist nur ein oder zwei Drittel wie der amtierende Meister spielen, dann aber immer wieder phasenweise an einen Drittligisten erinnern, ist das große Problem. Richer: „Das ist eine reine Kopfsachse. Wir spielen groß auf, führen sogar wie gegen Augsburg, dann bekommen wir ein Gegentor und brechen zusammen. Aus dieser Falle müssen wir einfach raus.“ 

Möglichst schon am Donnerstag beim Spiel in Frankfurt (19.30 Uhr). Der Sportdirektor wird die Mannschaft begleiten, „um den Jungs Halt zu geben“, wie der Kanadier hofft.

Frankfurt ist für Eisbär Richer was Besonderes

Zudem hat Richer an Frankfurt auch besondere Erinnerungen. Vor über 20 Jahren gab er bei den damaligen Lions seine DEL- und Deutschland-Premiere. Aber nicht deswegen treibt der Gedanke an das Spiel Richer den Schweiß auf die Stirn: „Für uns ist jetzt jedes Spiel wichtig. Bei den Löwen kommt aber noch dazu, dass wir mit einem Sieg nicht nur dem Abstieg etwas entrücken, wir würden uns damit auch noch eine klitzekleine Chance für die Pre-Play-offs erhalten.“

In Frankfurt zeigt Ex-Eisbär Dominik Bokk mit 22 Toren und 23 Vorlagen ordentlich die Krallen. Im Mai 2022 wurde Bokk mit dem EHC Meister, am 3. Februar wird er erst 23 Jahre alt. Natürlich hätten die Berliner den Bayern gern behalten, obwohl er an der Spree keinesfalls so glänzte wie jetzt am Main. Doch Bokk steht bei den Carolina Hurricanes unter Vertrag, und die bestimmen, zu welchem Verein er ausgeliehen wird.

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