Maxim Lapierre (l.) und James Sheppard (r.) mussten Sean Backman beim Spiel in Nürnberg am 31. Oktober 2019 vom Eis geleiten. Foto: Imago/Zink

Beim aktuellen Höhenflug der Eisbären geht fast unter, dass ein Mann fehlt, auf den die EHC-Bosse vor der Saison große Hoffnungen gesetzt hatten: Sean Backman (34). Weil er nach wie vor mit den Folgen einer Kopfverletzung zu kämpfen hat, ist an Eishockeyspielen weiterhin nicht zu denken.

Fieser Bandencheck in Nürnberg

Seit dem 31. Oktober 2019 ist beim dem US-Stürmer nichts mehr so, wie es mal war. Nach einem brutalen Check knallte er mit dem Kopf voran in die Bande, konnte in Nürnberg nur mithilfe der Kollegen das Eis verlassen. Erste Diagnose: Gehirnerschütterung.

Was früher gerne mal abgetan wurde als Sportlerpech, lässt heute die Alarmglocken schrillen. Nicht nur die ähnliche Leidensgeschichte von EHC-Legende Stefan Ustorf (47), der inzwischen Sportdirektor in Nürnberg ist, öffnete die Augen für Kopfverletzungen.

Buschi musste aufhören

Auch Fan-Liebling Florian Busch (36) hat sich nicht mehr von einem Sturz erholt, als er im Fallen den Helm verlor und mit dem Hinterkopf aufs Eis krachte. Im Januar musste Buschi seine Karriere beenden.

Dabei hatte es im vergangenen Jahr danach ausgesehen, dass Backman wieder voll einsteigen kann. Bei einem Video-Interview der Eisbären wirkte es tatsächlich so, dass er langsam wieder ganz der Alte werden kann. „Mir geht es gut“, versicherte er im Mai und lächelte wie ein Sonnyboy in die Kamera. Im Lockdown schuftete er, um nach der langen Pause wieder fit zu werden und voll anzugreifen. Doch dabei wurde er jäh ausgebremst.

Probleme mit den Augen und der Balance

EHC-Sportdirektor Stéphane Richer sagt nun: „Er hat Probleme mit den Augen und der Balance.“ Was ihn nicht nur daran hindert, dem Puck hinterherzujagen. Für den Vater zweier Kinder wird es darum gehen, dass er ohne Probleme den Alltag beherrschen kann.

Ex-Eisbär James Sheppard (32), der gemeinsam mit Maxim Lapierre Backman am Unglückstag vom Eis führte, und mittlerweile für die Kölner Haie spielt, hatte bereits vergangene Saison gesagt: „Entscheidend ist, dass er wieder richtig auf die Beine kommt.“ Dem ist nichts hinzuzufügen.