Da hat er allen Grund zur Freude: Eisbär Frans Nielsen feiert sein Zauber-Tor zum 2:1 gegen die Adler Mannheim. Foto: City-Press/Marco Leipold

Die Eisbären melden sich mit einem Knaller aus der Deutschland-Cup-Pause in der DEL zurück. 3:1  (0:0, 3:1, 0:0) gegen Tabellenführer Mannheim vor erstmals seit langer Zeit wieder mehr als 10.000 Fans - exakt 10.198 - in der MB-Arena. Der erhoffte Sieg nach zuvor zwei Niederlagen, die erst vierte Saisonpleite (alle auswärts) für den Erzrivalen. Das passt, das tut gut.

Die Adler - unter der Woche von Frölunda in der Champions League beim 1:10 fast pfannenfertig gerupft - sind immer noch corona-ausgedünnt. Wolf, Plachta, Akdag, Katic, Desjardins, Bast und Chefcoach Gross sind noch isoliert und nicht dabei.

Blaine Byron fehlt weiter

Aber auch die Eisbären müssen kurzfristig auf Kevin Clark verzichten und einen Rückschlag verdauen: Blaine Byron wird doch nicht rechtzeitig fit. Unter der Woche deutet alles darauf hin, dass der Center seine Hüftverletzung auskuriert hat und wieder zwischen Marcel Noebels und Leo Pföderl rückt. Denkste!

Sportchef Stéphane Richer klärt auf: „Blaine hat doch noch ein paar Probleme, ist noch nicht bei 100 Prozent. Wir gucken bei ihm von Tag zu Tag.“ Doch wer jetzt hofft, Byron feiert nach dem spielfreien Sonntag am Dienstag (19.30 Uhr, MB-Arena) gegen Iserlohn sein Comeback, den bremst Richer im Nachsatz eiskalt aus: „Ich denke, er braucht noch ein, zwei Wochen.“ Puh!

Yannick Veilleux zielt genau

Doch diesmal geht's auch ohne ihn. Nach 20 Minuten mehr oder weniger abtasten mit kaum zwingenden Torchancen auf beiden Seiten rappelt's im zweiten Drittel schon nach 31 Sekunden: Yannick Veilleux reagiert am schnellsten, zirkelt im Powerplay den nach einem Schuss von Frank Hördler von der Bande zurückspringenden Puck aus ganz spitzen Winkel rein - 1:0 (21.)      

Jetzt ist das Fass offen: Als der EHC in Unterzahl ist, macht Mannheims Eisenschmid seinem Namen alle Ehren, hämmert die Hartgummi-Scheibe mit Urgewalt in den Winkel  1:1 (24.).

Frans Nielsen macht's magisch

Gut gemacht, ohne Zweifel. Aber eher nur brachiale Hausmannskost gegen das, wann dann kommt. Frans Nielsen schnappt sich an der eigenen blauen Linie den Puck, zieht los, tanzt elegant zwei Adler aus, vernascht zum Dessert auch noch Torwart Brückmann - 2:1 (29.). Ein Zauber-Tor! Da hat der Däne eindrucksvoll gezeigt, warum er 949 NHL-Spiele auf dem Buckel hat.   

Die Eisbären bleiben bissig, checken gnadenlos hartnäckig vor. Lohnt sich: Noebels stibitzt den Puck, bedient Zach Boychuk, der direkt abzieht - 3:1 (33.). So macht Eishockey doch richtig Spaß!

Eisbären bleiben cool

Im Schlussabschnitt gehen es die Eisbären wie ein Top-Team an, lassen ganz cool alles Gift und alle Galle der Adler an sich abtropfen. Selbst als Mannheim im Powerplay fünf Minuten vor Schluss den Torwart zieht und mit sechs gegen vier alles versucht, bleiben sie total kompakt. Der Rest ist Freude pur. Die Fans feiern ihre Lieblinge, die bedanken sich für die tolle Unterstützung. Herrlich!