Lukas Reichel hat innerhalb eines Jahres rund 5 Kilo zugenommen. Foto: City-press/Mathias Renner

Normalerweise würde Lukas Reichel (18) jetzt in Montréal/Kanada weilen. Beim NHL-Draft hätte sich ein Team die Dienste der Eisbären-Jungstars geschnappt, er hätte im Rampenlicht gestanden. Doch normal gibt es in diesem Jahr nicht, Corona hat alle Planungen über den Haufen geworfen. Er sagt: „Ich kann überhaupt nicht sagen, wann der Draft stattfindet. Einige sagen, dass vor dem Oktober nichts passiert.“

Also bleibt ihm nichts anderes übrig, als seinen Körper zu stählen. Zusammen mit seinem Bruder Thomas, Eric Mik, Nino Kinder und Sebastian Streu bildet er eine Trainingsgruppe. In dieser Woche allerdings geht es nicht in den Fitnessraum des Wellblechpalasts, sondern jeder hat seinen individuellen Trainingsplan.

Für Reichel geht es vor allem darum, an Masse zuzulegen. Neben mehr Einheiten für die Oberkörpermuskeln hat der Stürmer seinen Speiseplan verändert. „Ich esse fast jeden Tag Spiegel- und Rührei und viel Fleisch“, erzählt er. In Zeiten, wo die Kritik am Billigfleisch immer lauter wird. „Ich achte auch darauf, dass es gutes Fleisch ist.“ Auf der Waage lässt sich das ablesen: In die vergangene Saison startete er mit 75 Kilogramm, aktuell steht er schon bei 80 Kilo.

Zunächst wird Reichel seine neue Masse im Wellblechpalast aufs Eis bringen, wo er voraussichtlich mit den Eisbären in die Saisonvorbereitung startet. Geplant ist Ende Juli, auch hier sind aber Verschiebungen möglich, wenn die Liga entscheidet, den Start in eine hoffentlich komplette Saison nach hinten zu verlegen. Und selbst wenn Reichel dann eines Tages gedraftet ist, kann es gut sein, dass er sich noch eine weitere Saison im Trikot der Bären beweisen wird.

Mit Ausnahme von zwei, drei Klubs hat Reichel in den vergangenen Monaten Videokonferenzen abgehalten, um sich für einen zukünftigen Job in der besten Liga der Welt zu empfehlen. Nun wartet er nur noch auf das Signal aus Nordamerika, dass es losgeht. Bei der aktuellen Entwicklung des Infektionszahlen in den USA werden diese aber wohl nicht so schnell kommen.