Und gleich fliegt er hoch: Kevin Clark jubelt mit dem Meisterpott. Foto: Imago/Passion2Press

Familie Clark mit Torjäger Kevin, Ehefrau Heyden und der vierjährigen Tochter hatten es nach dem 5:0 der Eisbären in München und der Meisterfeier in der Kabine sehr eilig, ins heimatliche Winnipeg zu gelangen. Mit dem Klapperstorch um die Wette starteten sie vom BER und gewannen. Ihr zweites Kind kam drei Tage später am 9. Mai in Kanada auf die Welt.

Maßarbeit, wie sie der 34-jährige Stürmer auch auf dem Eis praktiziert. In 53 Spielen traf er 20-mal und legte 24-mal Tore auf. Allerdings bewegt sich der Stürmer keineswegs als Kind von Traurigkeit über das Eis. In seinen ersten Jahren bei den Winnipeg South Blues handelte er sich 2005/06 satte 250 Strafminuten ein. Inzwischen ist Kevin ein bisschen zahmer geworden. Insgesamt 54 Minuten schickten ihn die Schiris in die Kühlbox. Übertroffen wurde er lediglich von Nicholas Jensen mit 73 Strafminuten.

Mit Toren und Strafzeiten bringt Clark die Eisbären ins Spiel

Trainer Serge Aubin: „Clark bringt Struktur ins Spiel und ist enorm torgefährlich.“ Die beiden Kanadier kennen sich aus gemeinsamen Zeiten bei den Hamburg Freezers. Was Aubin für sich behält: Clark, mit 1,75 m Körpergröße keineswegs ein Bulle auf dem Eis, provoziert durch seinen Stil die Gegenspieler zu so mancher Strafminute, was am Ende natürlich der eigenen Mannschaft hilft.

Sportdirektor Stéphane Richer meint: „Kevin ist ein guter Spieler und ein guter Mensch.“ Vielleicht liegt das auch an dem Teil, welches Kevin vor den Spielen nutzt? Clark zuckt mit den Schultern: „Es ist ein Gerät, das dein Nervensystem mit elektrischen Impulsen anregt. Ich nutze das System seit drei Jahren während des Warm-ups zur Aktivierung. Für die Erholung kann man es auch einsetzen.“

Nach Odyssee durch Europa wurden die Clarks sesshaft in der Warschauer Straße

Nach seinen Jahren beim Uni-Team of Alaska in Anchorage, drei Jahren bei den Manitoba Moose sowie St. John’s in der AHL brach Clark zu einer Tour durch Europa auf. Er lernte auf dem alten Kontinent wahrlich viele Vereine kennen.

Krefeld, Hamburg, in der Schweiz bei Langenau und Rapperswil, in Schweden bei Brynäs und schließlich bei Dinamo Riga, ehe er in Berlin landete.

„Die Eisbären haben eine gute Mannschaft und Berlin ist eine wunderbarere Stadt, wo man viel entdecken kann. Schon allein die Gegend um die Warschauer Straße, wo wir wohnen, finden wir interessant. Es gibt dort auch ziemlich gemütliche Gaststätten. In Berlin würden wir gern länger bleiben“, sagt der Kanadier. Den Vertrag für die nächste Saison hat er in der Tasche.

Clark schiebt Frust nach dem ersten Final-Spiel

Kevin erinnert sich gern an die Play-offs im April und Mai. Das erste Finale gegen München lässt er aber lieber weg. Nach Traumpass von Frans Nielsen hämmerte Clark den Puck in den Münchner Kasten (12.). Aber im zweiten Drittel musste er wegen eines Allerwelt-Fouls in die Kühlbox.

Bei Lichte besehen, zerbrach daran das Spiel der Eisbären. Aus dem 3:0-Vorsprung wurde am Ende eine 3:4- Klatsche. Nach der Tortur von Play-off-Halbfinale am Donnerstag und Play-off-Finalauftakt am Freitag. Clark: „Zwei so wichtige Spiele Schlag auf Schlag habe ich nur beim Spengler- oder Deutschland-Cup mitgemacht.“

Eisbären-Anekdote ist für Clark Stoff zum Schmunzeln aus der Mottenkiste

Die Eisbären erlebten eine solche Situation schon einmal. Im Viertelfinale gegen die Hamburg Freezers mussten sie 2003 von einem auf den anderen Tag in der damaligen Deutschland-Halle antreten. Die Eisbären verloren, zogen aber mit 4:1 ins Halbfinale ein. Der damalige Trainer Pierre Pagé war offensichtlich so sauer, dass er statt in den Berliner in den Hamburger Bus einstieg.

Für Clark ist das Stoff zum Schmunzeln aus der Mottenkiste. Der Stürmer zur neuen Saison: „Wenn uns zur vergangenen Saison eine Steigerung gelingt, werden wir den Titel verteidigen.“

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