Freuen sich, dass es losgeht: Trainer Serge Aubin (l.) und Frank Hördler. Foto: City-Press/Florian Pohl

Frank Hördler startet am Freitag in seine 18. DEL-Saison mit den Eisbären. Und obwohl der 35-Jährige mit dem EHC schon alles erlebt hat, alle Höhen und Tiefen, ist die Vorfreude riesig. „Wir haben alle auf diesen Tag hingefiebert, jetzt ist er da.“ Zumal er die Kollegen gegen die Fischtown Pinguins aus Bremerhaven als Kapitän aufs Eis der MB-Arena (19.30 Uhr, MagentaTV) führen wird.

Während weite Teile des Landes durch den Lockdown stillstehen, legt die Liga mit Volldampf los. Und Hördler möchte zusammen mit den Kollegen einen Beitrag leisten, um in den Tagen ein bisschen Ablenkung in die Wohnzimmer zu bringen. „Du kannst als Fan jeden Tag ein Spiel angucken, das ist eine Win-win-Situation.“

Vier Profis fehlen zum Auftakt sicher

Natürlich ist schwer abzuschätzen, wie viel Freude die Bären ihren Fans bereiten können. Im MagentaSport Cup setzte es vier Niederlagen in vier Spielen, dann kam die Corona-Zwangspause, das Spielerkarussell hat Fahrt aufgenommen. „Wirklich Zeit, um in die Saison reinzufinden, haben wir nicht“, sagt Hördler, „wir müssen alle Gelegenheiten, die sich uns bieten, nutzen. In der Zeit, in der wir nicht in der Kabine sein durften, hat jeder seine Sachen gemacht, um nicht abzufallen.“

Auf der Saisoneröffnungs-Pressekonferenz, die am Donnerstag virtuell abgehalten wurde, gab Sportdirektor Stéphane Richer Einblicke in die aktuelle Personallage. Marcel Noebels, Nino Kinder und Stefan Espeland fallen definitiv wegen Trainingsrückstand aus, Jonas Müller muss noch eine Sperre aus der Vorsaison absitzen. Auch hinter Lukas Reichel steht noch ein Fragezeichen. Dennoch können die Eisbären eine Mannschaft aufs Eis schicken, die diesen Namen auch verdient.

Dass die drei Neuen im Team, Kris Foucault, Giovanni Fiore und Matt White, Zeit brauchen werden, um richtig anzukommen, glaubt der letzte Meister-Eisbär im Team nicht. Hördler: „Ich glaube sogar, dass das eine Chance ist. Wir haben beim MagentaCup manchmal nicht so gut ausgesehen, das könnte jetzt ein Neustart sein.“

Vermutlich wird es ein komisches Gefühl für alle sein, in einer Arena zu spielen, die sonst vor Emotionen fast überkocht. Wo so viel Energie von den Rängen auf die Spieler übertragen wird. „Wir haben ein paar Monate vor uns und ich hoffe, dass es in die richtige Richtung geht und wir einfach irgendwann die Möglichkeit haben, wieder Leute zu begrüßen.“ Dennoch hält er es für einen Vorteil, dass die Bären in der großen Halle und nicht im Wellblechpalast spielen. „Wir trainieren täglich im Welli. Um in den Spielmodus zu kommen, ist der Wechsel gut.“

Wie für alle ist auch für Hördler schwer abzuschätzen, wie die Eishockeywelt aussieht, wenn die Pandemie einigermaßen unter Kontrolle ist. Während der Silbermedaillengewinner bei den Olympischen Spielen 2018 befürchtet, dass die Klubs wirtschaftlich nachhaltig einen Schaden davontragen, ist er überzeugt, „dass die Fans wieder in die Halle Stürmen, wenn es geht.“ Wie EHC-Boss Peter John Lee, der berichtete, dass 5000 Dauerkarten-Anfragen eingegangen seien, ehe die Bären den Vorverkauf stoppen mussten, hat auch Hördler in den letzten Monaten gespürt, wie die Branche zusammenhält. „Wir spüren die Solidarität.“