Eisbären-Kapitän Frank Hördler hat mit 37 Jahren noch nicht genug vom Eishockey, startet in seine 20. DEL-Saison.
Eisbären-Kapitän Frank Hördler hat mit 37 Jahren noch nicht genug vom Eishockey, startet in seine 20. DEL-Saison. www.imago-images.de

Zufälle gibt’s! Eisbären-Jungprofi Bennet Roßmy erblickte am 1. August 2003 in Zittau das Licht der Welt. Fast auf den Tag genau lief damals Frank Hördler   zum ersten Mal als junger Eisbären-Profi auf das Eis im Hohenschönhausener „Welli“. In der vergangenen Saison steckten beide Spieler im Eisbären-Trikot. Roßmy (18) in der ersten und Hördler (37) in seiner 19. Saison.

„Jetzt gehe ich meine 20. Saison in der DEL an. Da muss ich mich mit 37 Jahren schon intensiver auf die Saison vorbereiten als früher“, gesteht Hördler. Nach der Meisterfeier am 4. Mai noch in der Münchner Kabine legte der EHC-Kapitän die Schlittschuhe drei Wochen in die Ecke. Die Freude über Titel Nummer neun hatte „Fränki“ kurz umgehauen.

Saison-Vorbereitung mit den Eisbären lässt wenig Zeit für Urlaub

„Zwei Wochen Urlaub zu Hause und dann eine Woche Griechenland. Das war’s“, blickt Hördler kurz zurück und gibt dann ehrlich zu: „Ich muss in meinem Alter mehr investieren, um mir die notwendige Form für die DEL zu erarbeiten. Neben reichlich Eistraining, muss ich viel für die Kraft und vor allem durch Sprints für die Spritzigkeit tun. Mit ausgiebigem Radtraining versuche ich mir die Ausdauer für die Saison zu holen.“

Natürlich will er mit den Eisbären den Titel verteidigen und sieht dabei durch den Gewinn der Meisterschaft eine neue Qualität in der Mannschaft: „Wir haben nicht nur mit Einsatz überzeugt. Wir haben uns eine Leichtigkeit erarbeitet, mit der wir komplizierte Phasen im Spiel besser überwinden.“

Hördler wäre der erste Eisbär im Klub der Tausender

Mit neun Meistertiteln, 43 Play-off-Finalspielen und als Krönung die olympische Silbermedaille von 2018 kann der in Bad Muskau geborene Hördler ohnehin eine von keinem anderen DEL-Profi erreichte Erfolgsstatistik vorlegen, trotzdem rumort der Ehrgeiz in dem Verteidiger, wenn er sagt: „Ich will nach dem Nürnberger Patrick Reimer als erster Eisbär und achter DEL-Spielern überhaupt auf den 1000er steigen.“ Beim Stand von gegenwärtig 976 DEL-Spielen wahrlich kein unerfüllbares Traumziel. „Nur gesund muss ich bleiben“, fügt „Fränki“ vorsichtig hinzu.

Dann könnte auch Hördlers Familien-Traum wahr werden: Mit Sohn Eric für die Eisbären zwischen den Banden auflaufen. Die Voraussetzungen sind gegeben, denn Eric (wird in zwei Wochen 18) unterzeichnete einen Profifördervertrag mit der Spielberechtigung für Berlin und Weißwasser.

Ab Montag unterziehen sich die Eisbären-Spieler dem üblichen Medizincheck. Am 4. August steigt das erste gemeinsame Training und bereits am 13. August laufen die Eisbären in Neumarkt (Italien) zum ersten Spiel um den „Dolomiten-Cup“ gegen die Schweizer Mannschaft von Biel-Bienne auf. Hördler: „Die kurze Vorbereitung macht kein Problem. Wir kommen ja nicht aus dem Nichts, sondern haben den ganzen Sommer auch auf dem Eis fleißig trainiert.“

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