Eisbär Kai Wissmann stemmt während der Saisonabschlussfeier den Meisterpokal. City-Press

Kai Wissmann lässt nach einer schweren Saison mit dem Deutschen Meistertitel als Krönung derzeit in der Ägäis die Seele baumeln. Urlaub! Der 1,94 Meter große Verteidiger entpuppte sich als der große Saison-Aufsteiger. Die Form des 25 Jahre alten Recken ging buchstäblich durch die Decke.

Mit einer Plus-Minus-Quote von plus 31 (zeigt an, mit wie vielen geschossenen Toren ein Spieler mehr auf dem Eis stand als bei Gegentreffern) drängte er sich an die Spitze aller DEL-Verteidiger. Die Plus-Minus-Bilanz garnierte Kai mit 27 Scorerpunkten, fünf ganz wichtigen Toren und 22 bisweilen maßgeschneiderten Traumvorlagen. Dazu glänzte Kai bei der WM in Finnland mit überzeugenden Auftritten. Schon vor dem Abflug zur WM durfte er den Meister-Pokal auf dem Balkon des Roten Rathauses in Berlin schwenken.

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Neun Jahre bei den Eisbären, 341 DEL-Spiele

Nach neun Jahren und 341 DEL-Spielen für die Eisbären fühlt sich Kai natürlich in der Hauptstadt wie zu Hause, zumal er mit der Leichtathletin Pia bereits auf der Sportschule seine große Liebe gefunden hat. Das Paar teilt sich eine gemütliche Wohnung. Gelegentlich muss Pia allerdings ein bisschen Seelenmassage bei ihrem Eishockeyspieler betreiben, denn Kai meint ehrlich: „Ich war schon enttäuscht, dass mich der Bundestrainer nicht für die Olympischen Spiele nominiert hat.“

Der Topverteidiger strahlte aber sofort wieder Zuversicht aus und sagt: „Ich werde kämpfen, vielleicht schaffe ich es in die WM-Mannschaft.“ Was schließlich mit großen Aktionen glückte.

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Olympia-Nicht-Nominierung wurmt den Star der Eisbären noch immer

Eigentlich ist Kai weder von seiner Größe noch von seiner Leistung her von Bundestrainer Toni Söderholm zu übersehen. Vielleicht war daran auch der durch den Corona-Virus zerhackte Spielplan schuld. Kai zeigte sich aber sehr zufrieden, wie die Eisbären-Chefs die Krise bewältigten: „Wir haben bei den Eisbären vieles richtig gemacht haben. Wir sind alle geimpft und sogar geboostert. Zudem hielten wir unsere sozialen Kontakte ziemlich klein. Dadurch konnten wir eine Gruppeninfektion vermeiden und sind einigermaßen unterm Regen durchgekommen.“

Die Vorsicht hat sich am Ende durch einen überzeugenden Titelgewinn ausgezahlt. Wenn Kai als Co-Kapitän nach den wichtigsten Spielern gefragt wird, zögert er nicht lange mit der Antwort: „Jeder von uns hat alles dagelassen, was er hatte. Aus meiner Sicht überzeugte Mathias Niederberger im Tor mit einer Weltklasseleistung. Zudem staunte ich über Frans Nielsen. Er kam mit fast 1000 NHL-Spielen zu uns und fügte sich ohne Aufsehen in die Mannschaft an. Selbst als er ganz wichtige Tore schoss, blieb er bescheiden. Wahrscheinlich wuchs er auch durch sein Verhalten deshalb zu einem Großen“, zeigt Kai Demut vor einer tollen Leistung.

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Ganz großes Lob für Dänemarks NHL-Haudegen Frans Nielsen

Selbst für einen begnadeten Puckhelden wie Kai scheint nicht immer die Sonne. Als Lieblingsgericht nennt der geborene Schwarzwälder Wissmann „Spätzle mit Soße“. Das konnte er in der Saison 2018/19 häufiger genießen, als ihm eigentlich lieb war. Mit Freundin Pia hielt er sich damals am Stück vier Wochen bei den Eltern in Schwenningen auf. „Mir war zweimal der Puck auf den Daumen geknallt. Trotz gepolstertem Handschuh war mein Daumen zweimal gebrochen“, verzieht Kai heute noch leicht schmerzverzerrt das Gesicht. Aber das ist vergessen.

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Nach dem Griechenland-Urlaub plant der Meisterspieler noch eine Woche Aufenthalt bei seinen Eltern. „Da wartet schon ein alter Freund auf mich. Er will mit mir, wie schon in früheren Sommermonaten, ein paar Läufe in Richtung Schwarzwald absolvieren“, verrät Wissmann. Kein schlechter Einstieg für die Saisonvorbereitung in der Schwenninger  Heimat, wo der Nationalspieler vor 20 Jahren zum ersten Mal in die Schlittschuh-Stiefel schlüpfte.