Der Auftakt eines für die Eisbären desaströsen Abends: Derek Roy trifft zum 1:0 für München. Foto: Imago


Diese Watsch’n von Red Bull München hat richtig gesessen. Dass es nach dem 1:4 vom Ostersonntag beim 0:5 in eigener Halle sogar noch schlimmer kommen würde, hätte wohl niemand gedacht oder gar befürchtet. Nach dem Höhenflug in der Norddivision und den bislang überzeugenden Partien gegen die Südteams ist die Mannschaft von Serge Aubin innerhalb von drei Tagen mal so richtig durchgeschüttelt und auf Mittelmaß geschrumpft worden.

Der Kanadier fand auf der anschließenden Pressekonferenz entsprechend klare Worte. Er sagte: „Das war ein Weckruf. Im Moment ist unser Selbstvertrauen ein wenig niedrig. Man muss München dafür loben, wie sie gespielt haben. Aber für uns war es natürlich ein enttäuschender Abend. Es gibt nicht viel zu sagen, es war einfach ein schlechter Abend.“

In den Playoffs droht ein Wiedersehen mit München

Auch wenn es am Mittwochabend bereits die Chance für die Bären gab, Wiedergutmachung gegen die Schwenninger Wild Wings zu betreiben, lassen sich die Klatschen gegen das Team von Ex-EHC-Coach Don Jackson nicht einfach so wegwischen. Denn es ist nicht ganz so unwahrscheinlich, dass sich die Wege der beiden Teams im Playoff-Halbfinale wieder kreuzen. Und die Erfahrungen in der K.-o.-Runde sind keine guten. Dreimal hintereinander, 2017 bis 2019, standen sich die beiden Mannschaften gegenüber, stets gingen die Bayern als Sieger vom Eis.

Statt großspurige Ansagen zu machen wie Simon Després, der nach dem Sonntagsspiel noch getönt hatte: „Ich hoffe, sie sind bereit für uns, denn wir werden kommen“, müssen sich die Spieler fragen, warum sie in solchen Spitzenspielen nicht voll da sind. Das fordert auch Aubin, der sagte: „Wir brauchen einfach etwas mehr von jedem Spieler, das ist entscheidend. Wir müssen härter und intelligenter arbeiten und wir müssen als Mannschaft zusammenarbeiten. Wenn wir das tun, sind wir ein guter Eishockeyclub.“

Bereits am kommenden Wochenende wird sich zeigen, wie sehr die Eisbären das verinnerlicht haben. Am Sonntag kommt es zum ersten Aufeinandertreffen mit den Adlern aus Mannheim. Gegen die sahen selbst die Münchner Bullen bislang alt aus. Es wäre für die EHC-Profis genau das richtige Spiel, um eine Reaktion zu zeigen. Die diesen Namen dann auch verdient hat.