Kaum ist der Triumph im Halbfinale perfekt, schwört Trainer Serge Aubin seine Jungs noch auf dem Eis auf die Endspiel-Serie ein. 

Das Halbfinale (2:1 in der Serie gegen Ingolstadt) ist abgehakt, jetzt haben die Eisbären nur noch ein Ziel: Mit aller Macht auf die Acht. Der achte Meistertitel, der erste seit 2013, soll unbedingt her. Zwei Siege gegen Wolfsburg müssen reichen, dann ist’s vollbracht.

Das 4:2 in Spiel 3 gegen Ingolstadt war gerade eingetütet, da gingen die Gedanken nur noch nach vorn. Finale! Trainer Serge Aubin: „Wir sind bereit. Es wird Zeit, dass es losgeht.“ Spiel 1 der Best-of-three-Serie beginnt am Sonntag um 14.30 Uhr in der MB-Arena. Natürlich mit Plan A.

Noebels hat einen Wunsch 

Vor den Play-offs hatte Aubin angekündigt: „Plan A ist gewinnen, Plan B gibt es nicht.“ Was fürs Viertel- und Halbfinale galt, ist erst recht Gesetz für die Endspiel-Serie. Wobei, einen kleinen Änderungswunsch hätte Vorlagen-König Marcel Noebels nach den Eis-Krimis gegen Iserlohn und Ingolstadt, in denen jeweils Spiel1 verloren wurde und so der Druck fürs zweite Spiel schon maximal war, dann doch: „Ich würde schon ganz gern mal in Führung gehen.“

Dass in der Hauptrunde alle vier Duelle gegen Wolfsburg in die Hose gingen (0:1 n.P. und 4:6 bei den Grizzlys sowie 2:3. n.P. und 2:3 n.V. in Berlin), ist eiskalter Kaffee. Aubin: „Die Play-offs sind eine völlig neue Saison, die Vergangenheit zählt nicht mehr.“ Der Coach weiß genau: „Wir haben seit damals viel gelernt und sind als Team gewachsen. Jeder kennt seine Rolle, die Maschine rollt.“

Und wie sie rollt! Kapitän Frank Hördler: „Wir haben jetzt eine ganz andere Herangehensweise, unsere Mannschaft hat einen unfassbar guten Charakter und vor allem den Biss und den Willen. Wir haben es verdient, im Finale zu stehen.“

Hördler kann sich krönen

Und wenn das einer beurteilen kann, dann Hördler. Als einziger aktueller Eisbär war der 36-Jährige bei allen sieben Titeln zuvor schon mit dabei. Nr. 8, errungen im 100. Kampf um die deutsche Meisterschaft, in einem reinen Nord-Duell, wo die Südgruppe angeblich doch so viel stärker war.

Nr. 8 würde die Eisbären nicht nur wieder zum alleinigen Rekordmeister machen, es wäre für Hördler der allerletzte Beweis einer Karriere auf überragend hohem Niveau. Also, Eisbären, genau hingehört, wenn „Mister Meisterschaft“ sagt: „Man weiß nie, wann man das nächste Mal im Finale steht. Man weiß nur, wie hart es ist, dort hinzukommen. Jetzt haben wir die Tür aufgemacht, jetzt gehen wir durch.“  

Und zwar mit aller Macht auf die Acht.