Kopf hoch: Die deutschen Helden trösten sich nach dem kleinen WM-Finale gegenseitig. Foto: AFP/Gints Ivuskans

Ach nee! Ganz bitteres Ende für das deutsche Eishockey-Nationalteam nach einer grandiosen WM in Lettland. Im Spiel um Bronze haben die Jungs von Bundestrainer Toni Söderholm nichts mehr zum Zusetzen und werden von den USA 1:6 (0:1, 0:4, 1:1) abgeschossen.

Sie wollen es so sehr. Mit jeder Windung im Gehirn, mit jeder Muskelfaser der geschundenen Körper, mit jeder einzelnen Pore. Nur: Sie können im zehnten Spiel innerhalb von zwei Wochen einfach nicht mehr.

Schlachten mit Spuren

Heroische Eis-Schlachten in der Vorrunde gegen Kanada (3:1), das durch ein 3:2 n. V. im Endspiel gegen Finnland seinen 27. WM-Titel gewinnt, gegen die Gastgeber (2:1) um den Einzug ins Achtelfinale, da nach 0:2-Rückstand der Zuckerli-Triumph mit dem Briefmarken-Penalty von Eisbär Marcel Noebels gegen die Schweiz (3:2 n. P.). Und dann das Halbfinale auf absoluter Augenhöhe mit Titelverteidiger  Finnland (1:2) haben ganz tiefe Spuren hinterlassen.

Kein Team hat sich bei dieser WM so reingehauen wie das deutsche, keines hat mehr gearbeitet, gekämpft, gewollt, das unbedingte Miteinander zelebriert. Umso trauriger ist man, wenn’s am Ende dann nur Blech gibt.

Nie besser als Platz 4

Verteidiger-Haudegen Korbi Holzer hinterher: „Das ist gerade so brutal, die Mannschaft hat so viel investiert.“ Nicht besser geht es Noebels: „Es ist schon hart, wenn man an der Medaille vorbeiläuft und denkt, dass man der Blöde ist.“  

Klar. Doch, hey: WM-Vierter im Eishockey wird Deutschland schließlich auch nicht alle Jahre. Bisher gelang das nach dem Krieg nur einmal, 2010 bei der Heim-WM. Für mehr hat es in dieser Zeit noch nie gereicht.  

Also gilt: Kopf hoch! Wenn der Frust halbwegs verraucht ist, wird auch Stolz auf das Geleistete da sein. Gilt natürlich auch für die Eisbären-Asse.

Eisbären echt spitze

Mathias Niederberger ist – nur im Halbfinale sieht er zweimal ein klein wenig unglücklich aus – die Krake von Riga und wird als bester deutscher WM-Torwart ausgezeichnet.

Noebi (bester Stürmer) hat neben dem Zauber-Penalty gegen die Schweiz drei Tore und fünf Assists auf dem Riga-Konto. Zusammen mit den EHC-Kollegen Lukas Reichel (2/4) und Leo Pföderl (2/3) bildet er wie zuvor in Berlin auch Deutschlands Parade-Angriffsreihe.

 Jonas Müller räumt gewohnt zuverlässig und gnadenlos ab, bereitet ein Tor vor. Nicht zu vergessen: Gefühlt-Eisbär Leon Gawanke (bis 2016 Juniors, dann Nordamerika, zum Saisonstart in der AHL-Coronapause zurück in der Heimat) trifft als Verteidiger sogar zweimal.