Andre Rankel und EHC-Boss Peter John Lee (v.l.) konnten am Ende der Pressekonferenz schon wieder lachen. Foto: City-Press/Moritz Eden

Dieser Moment tut sichtlich weh. In 17 Jahren bei den Eisbären hat André Rankel häufig vor der Kamera stehen müssen. So schwer wie am Montag war es sicherlich noch nie. „Mir fällt es echt nicht leicht, obwohl ich mir in letzter Zeit schon viele Gedanken darüber machen konnte, wie und wann ich es sage. Aber: Ich bin heute hier, um zu sagen, dass ich meine Karriere aufgrund einer Schulterverletzung beenden muss“, erzählte der 35-Jährige und ist zwischenzeitlich den Tränen nah. Nach der vergangenen Saison hatten sich die Wege ja bereits getrennt. Der Vertrag wurde nicht verlängert.

Noch einmal sitzt er in der Eisbären-Kabine neben EHC-Boss Peter John Lee und bedankt sich nach 17 Jahren bei den Bären „für die Chance, die du mir damals gegeben hast“. Dankt den Betreuern, die es nicht immer einfach mit ihm hatten. „Ich war nicht immer der einfachste Spieler“, so Rankel. Ein großes Dankeschön gibt es auch an die Physios: „Ohne die hätte ich wahrscheinlich schon früher hier sitzen müssen.“ Immer wieder muss Rankel nach den Sätzen kurz in sich gehen, damit ihn die Gefühle nicht völlig überrumpeln: als er den Eltern und der Oma dankt, dass sie ihm das Eishockeyspielen überhaupt ermöglicht haben, als er seiner Frau Anita und den Töchtern Nora und Mira, die auf viel verzichtet haben, dankt.

Auch Lee geht der Moment sichtlich nah: „André ist bis heute ein Paradebeispiel für die Nachwuchsarbeit in Berlin.“ Die Rückennummer 24, die der EHC-Boss auf seine Maske geschrieben hat, wird bei den Eisbären nicht mehr vergeben. Dafür vielleicht bald ein Praktikum bei den Bären? „Wir befinden uns da auch schon in Gesprächen“, sagt Rankel. Und kann am Ende schon wieder lachen.