Ryan McKiernan (r.) gönnte sich mit Mark Zengerle ein ausführliches Bad im Goldglitter. Imago/Contrast

Nach einer Meisterschaft und einer solch brillanten Saison verbietet es sich eigentlich, einige Stars aus dieser so gut funktionierenden Mannschaft herauszuheben. Aber natürlich bleiben wie nach früheren Titeln Persönlichkeiten im Gedächtnis, die dieser Mannschaft besonders den Stempel aufgedrückt haben. Der KURIER kürt die Frontmänner des achten EHC-Titels.

Ryan McKiernan: Wirklich überraschend kam es nicht, dass der 31-Jährige als wertvollster Spieler dieser Playoffs ausgezeichnet wurde. Der US-Amerikaner verteidigte nicht nur meisterlich, er schoss auch sieben Tore. „Eine Meisterschaft schaffst du nur, wenn du Playoff-Monster hast“, sagte Frank Hördler auf der virtuellen Meisterparty, „und Ryan war eines davon. Er war in dem Moment, wenn du ihn gebraucht hast, der große Junge. Wenn du ein Gegentor bekommen hast, ist er wieder raus und hat eins gemacht, damit du wieder im Spiel warst. Solche Spieler leiten den Titel ein.“ Der Ausgezeichnete zeigte in den vergangenen Jahren auch mehrfach, wie viel Eisbären-DNA in ihm steckt. Sein Motto: „Dieser Pokal ist für euch, Fans!“

Kapitän Frank Hördler hat noch lange nicht genug

Frank Hördler: Der Kapitän startete in diese Saison als letzter Eisbär, der bei allen vorherigen Titeln dabei war. Dass er nun der Einzige ist, der achtmal die DEL-Trophäe hochwuchten durfte, zeigt die Klasse des 36-Jährigen. Nicht nur spielerisch überzeugte der Routinier. Er trug das C völlig zurecht auf der Brust, weil er diesen absoluten Willen, den Pokal zurück in die Stadt zu holen, vorlebt. „Dieser Titelgewinn wird mir besonders in Erinnerung bleiben, weil es eben eine verrückte Saison war“, sagte er. Und er machte jüngst klar, den Schläger demnächst in die Ecke zu stellen. Denn anders als früher plagen ihn derzeit keine Verletzungen, im Gegenteil, er fühlt sich topfit. „Solange das so bleibt und ich der Mannschaft helfen kann, werde ich den schönsten Sport der Welt nicht aufgeben.“ Es fehlen ja auch nur noch 89 Spiele, um die 1000er-Marke zu knacken und zu Sven Felski aufzuschließen.

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Marcel Noebels: Dieser Druck musste raus: Nachdem am Freitagabend die Ehrenrunde in der Arena beendet war, stürmte er mit dem Pokal im Arm vor die Halle und brüllte ein „Meister“ in die Nacht. Der 29-Jährige wurde zum zweiten Mal hintereinander zum besten Spieler und Stürmer der Hauptrunde gekürt, was ja schon zeigt, wie viel Respekt ihm entgegengebracht wird. Aber natürlich braucht es diesen silbernen Pott, um zu den ganz Großen zu gehören. „Gute Spieler zeichnet aus, dass sie konstant spielen und ihre Leistung bestätigen auf lange Zeit“, sagt er über sich. Aber Noebels ist trotz seiner 52 Scorerpunkte der Teamplayer schlechthin: „Der Einzelerfolg steht immer im Hintergrund. Man erreicht nur zusammen etwas.“ Sportdirektor Stéphane Richer sagt über seinen Frontmann: „Er hat überragende offensive Fähigkeiten und er macht seine Nebenspieler besser.“

Mathias Niederberger: Der Torwart, 28, hat gezeigt, warum er vor dieser besonderen Saison als der „Königstransfer“ galt. Denn er brachte endlich Ruhe und Konstanz auf die Position zwischen den Pfosten, sechsmal blieb er ohne Gegentor. Und nicht nur das: In vielen spielentscheidenden Szenen behielt er die Übersicht, so auch in der Schlussphase beim entscheidenden 2:1 gegen Wolfsburg, in der die Gäste wild in Richtung EHC-Gehäuse stürmten. „Eine Meisterschaft zeigt die Klasse eines Torwarts“, sagte Abwehrkollege Simon Després, „er ist als last man standing der wichtigste Spieler.“ Niederberger fasste dann auch passend zusammen, wie es wohl vielen seiner Kollegen auch erging. „Ich bin im Kopf natürlich vorher durchgegangen, wie es sein könnte einen Titel zu gewinnen. Aber ich hätte nicht gedacht, dass es so schön ist.“

Und im September können die Bären es dann hoffentlich noch mal richtig krachen lassen. Und zwar mit den Fans, wenn die Meisterschaft und der Start in die neue Saison bei einer großen Sause zusammen gefeiert werden sollen.