Bitter für die Eisbären, aber vom Mannheimer leider auch sensationell gut gemacht: Borna Redulic überwindet EHC-Hexer Mathias Niederberger, gleicht per Penalty zum zwischenzeitlichen 2:2 in Halbfinale Nr. 4 aus. Foto: dpa/Uwe Anspach

Verflixt und zugenäht, die Eisbären kriegen das Halbfinale gegen Mannheim (best of five) einfach nicht zu. Im Gegenteil: Durch das 3:4 (1:1, 2:2, 0:1) in Spiel 4 bei den Adlern kassieren sie in der Serie sogar den 2:2-Ausgleich, nachdem sie schon 2:0 geführt hatten. Jetzt hat dieses epische Duell den Showdown, den es auch verdient. Am Donnerstag (19.30 Uhr, MB-Arena) gibt es in Spiel 5 das Finale vorm Finale. Der Sieger spielt dann gegen München (3:0 gegen Wolfsburg) um den Titel.

Trainer Serge Aubin lässt diesmal Sebastian Streu, Mark Zengerle und Nicholas Jensen raus, setzt dafür wieder auf Bennet Roßmy, bietet Korbian Geibel als siebten Verteidiger auf, bringt zum ersten Mal in der Halbfinal-Serie Kevin Clark. Und mit dem 34-Jährigen, Frans Nielsen (38) und Matt White (32) ist auch die Ü100-Reihe, die schon während der Hauptrunde überzeugt, wieder vereint.

Morgan hat nicht den glücklichsten Abend

Und wer denkt, mehr Intensität, Tempo und Leidenschaft als in den ersten drei Spielen der DEL-Rekordmeister (EHC acht Titel, Mannheim sieben) geht nicht, der kriegt vor Staunen den Mund nicht zu. Um jeden Millimeter Eis wird hart gekämpft, jeder Zweikampf so geführt, als geben es keinen nächsten, kaum mal hat ein Spieler den Platz und die Zeit, den Puck vernünftig zu kontrollieren.

Entsprechend eng ist es auch auf dem Ergebniswürfel. Das 0:1 von Matthias Plachta (6.) kontert Zach Boychuk mit seinem schon fünften Play-off-Tor (19.). Dann schlagen die Oldtimer zu. White zieht im Powerplay einfach mal ab, Clark hat die Kelle dran (oder doch nicht?). Egal, der Puck ist drin -2:1 (35.).

Doch Mannheim kommt schnell zurück, weil Morgan nicht seinen glücklichsten Abend erwischt. Erst kann Morgan Ellis den durchstartenden Tim Wohlgemuth nur unfair stören, den fälligen Penalty verwandelt Borna Rendulic in Weltklasse-Manier zum 2:2 (37.).

Damit nicht genug. Nach einem Scharmützel mit David Wolf muss Ellis zwei Minuten auf die Strafbank. Als der Verteidiger gerade wieder das Eis betritt, zimmert Nigel Dawes den Puck ans Schienbein von Kai Wissmann, von da prallt die Scheibe über die Linie - 2:3 (39.). Wie bitter!

Tolles Tor von Eisbär Kai Wissmann

Aber: Andere würden sich lange ärgern, Wissmann handelt lieber. Von links oben im Angriffsdrittel kurvt er rüber nach rechts, haut plötzlich den Turbo rein, zieht vors Tor, zieht ab, drin. Dieses 3:3 nur 14 Sekunden vor der zweite Pause ist (eis)bärenstark gemacht.

Leider werden Wissmanns Husarenstreich und auch aller Kampf, Einsatz und Willen aller Eisbären nicht belohnt. Weil Markus Eisenschmid bei einem Schuss Frank Hördler trifft. Von der Schulter des Kapitäns landet der Puck unhaltbar für EHC-Hexer Mathias Niederberger im Netz (53.). Puh. Jonas Müller ist die Enttäuschung hinterher anzumerken: „Wir haben zwei, drei kleine Fehler gemacht, ohne die sähe es besser für uns aus.“

Jetzt gilt es: Finale oder Urlaub

Stimmt, aber noch ist nichts verloren. Seit DEL-Gründung 1994 verlor erst zweimal ein Team eine Best-of-five-Serie, das 2:0 geführt hat. Donnerstag gilt es jetzt für den Meister: Finale und damit die Chance, den Titel zu verteidigen, oder Urlaub ...

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