Eisbären Blaine Byron (r.) legt sich gegen Düsseldorfs Brett Olson mächtig rein - mit Erfolg. Foto: City-Press/Mathias Renner

Die Eisbären marschieren! 7:4 (2:1, 2:2, 3:1) bei der Düsseldorfer EG, Tabellenführung zementiert. So kann es gern auch am Sonntag weitergehen, wenn Nürnberg in die MB-Arena kommt (14.30 Uhr). Die Betonung liegt auf wenn ...

Denn die DEL leidet unter Corona, die Lage ändert sich beinahe stündlich. Iserlohn, Wolfsburg, München sind aktuell wegen zu vieler Infektions-Fälle nicht spielfähig. Die Zahl der Nachholpartien wird immer größer, die möglichen Termine dafür immer weniger. DEL-Boss Gernot Tripcke will bis Ende des Monats mit einem Notfallplan warten: „Wir kämpfen bis zuletzt.“ Auch die Frage des Auf- und Abstiegs stellt sich wieder mehr denn je, weil von einer sportlich fairen Saison kaum noch zu sprechen ist.   

Sechs Eisbären fehlen

Auch die Eisbären sind von Corona betroffen. Bennet Roßmy und Manuel Wiederer sind positiv getestet und isoliert. Dazu fehlen Zach Boychuk (Unterkörper), Korbi Geibel (Knie) und Frans Nielsen (Folgen eines Kopf-Checks), Yannick Veilleux muss kurz vor dem ersten Bully passen. 

So kann Trainer Serge Aubin nur drei Angriffsreihen gegen vier der DEG aufs Eis bringen. Klar, das kostet Kraft. Spielt aber für den Sieg nicht die allererste Geige, wenn man schussstarke Verteidiger hat. 

Schuss, Abfälscher, Tor

Wie Frank Hördler. Nach dem gefühlt fast schon obligatorischen Rückstand (0:1 durch Proft/10.) zieht der Kapitän vo der blauen Linie ab, Marco Baßler hält die Kelle rein - 1:1 (12.). Das erste EHC-Tor für den in der Saison aus Straubing gekommenen Youngster. Und weil das so gut klappt, macht's Hördler noch mal. Diesmal fälscht Giovanni Fiore ab - 2:1 (16.). Kai Wissmann macht es dann auf die harte Tour, hämmert den Puck von in Höhe Bullypunkt direkt in die Kiste - 3:1 (24.).

Blaine Byron fängt dann in der neutralen Zone den Puck mit der Hand ab, kurvt von rechts Richtung Tor und zielt genau neben den langen Pfosten - 4:1 (25.). Jetzt ist Ruhe im Karton. Denken wohl auch die Eisbären.

Die wollen ein paar Körner sparen, nehmen den Fuß ein wenig vom Gaspedal - und finden sich plötzlich bei 3:4 wieder. Fischbuch (35.) und Eder (37.) treffen. Wissmann bestätigt zur zweiten Pause: „Vielleicht sind wir ein wenig zu passiv geworden, waren uns ein wenig zu sicher.“

Böse Erinnerungen weggewischt

Als es wenig später 4:4 steht (Schiemenz/44.), werden Erinnerungen an Anfang Dezember wach. Da führten die Eisbären daheim gegen die DEG Mitte des zweiten Drittels auch 4:1, am Ende stand ein 6:7 nach Verlängerung. 

Dass es diesmal nicht so kommt, dafür sorgt Byron. Wieder kommt er von rechts, wieder visiert er den langen Pfosten an, wieder ist die Hartgummischeibe drin - 5:4 (50.). Das 6:4 (59.), als Matt White nach klasse Kombination über Mark Zengerle und Fiore direkt abschließt, und das 7:4 von Marcel Noebels 40 Sekunden später ins leere Tor (60.) sind noch die Sahnehäubchen.