Eisbären-Kapitän Frank Hördler (l.) dreht nach seinem 1:0 in Wolfsburg jubeln ab. Foto: dpa/Swen Pförtner

Jaaaa! Die Eisbären sind jetzt schon die Comeback-Könige der Saison. Wie im Viertel- und Halbfinale gewinnen sie auch im Finale nach einer Auftaktpleite Spiel 2. Mit dem 4:1 (1:0, 2:1, 1:0) in Wolfsburg gleichen sie die Best-of-three-Serie zum 1:1 aus. Jetzt steigt am Freitag  in Berlin (19.30 Uhr, MB-Arena) der ultimative Showdown um den Titel.

Dabei müssen sie erst mal noch einen Rückschlag wegstecken. Power-Center Zach Boychuk hat sich beim 2:3  n. V. im ersten Finale so verletzt, dass er nicht mitspielen kann. Also hauen sich alle noch mehr rein. 

Spiel ums Leben

Lukas Reichel verrät vor dem ersten Bully: „Wie haben sehr viel Video geschaut und viel gelernt.“ Der Rückstand in der Serie ist für ihn kein Problem: „Wenn wir mit dem Rücken zur Wand stehen, sind wir erst richtigt befreit und spielen um unser Leben.“

Und genauso gehen es die Eisbären an. Von der ersten Sekunde machen sie Druck, sind noch mal einen Tick aggressiver als am Sonntag. Die Grizzlys sind sichtlich beeindruckt.

Hördler wie ein Torjäger

Den ersten Lohn gibt es in der 17. Minute. Nach einem Traumpass von Mark Zengerle quer über die Eisfläche ist Frank Hördler da. Der Verteidiger zaubert den Puck im Stile eines echte Knipsers mit der Rückhand unter die Latte - 1:0. Der Kapitän, der alle bisherigen sieben Meistertitel des EHC mit erkämpft hat, eröffnet sich die Chance auf Nummer acht. 

Die Bären bleiben dran. Mit dem nächsten Verteidiger-Tor: Ryan McKiernan erhöht mit seinem siebten Play-off-Treffer auf 2:0 (28.). Auch oben rechts rein. Rums! Und Sebastian Streu setzt so lange nach, bis er den Puck zum 3:0 (31.) reindrücken kann. Jawoll!

Reichel macht alles klar

Blöd nur, dass John Ramage die Scheibe bei einem Passversuch über das Plexiglas hebelt. Die fällige Zwei-Minuten-Strafe für Spielverzögerung nutzt Wolfsburg durch Gerrit Fauser - 1:3 (38.). Passiert.  Und tut der Begeisterung von McKiernan nach dem zweiten Drittel keinen Abbruch: „Ich bin stolz auf uns.“ 

Klar doch, denn die Eisbären sind auch im letzten Abschnitt hellwach, kämpfen, checken, laufen. Torwart Mathias Niederberger ist da, wenn es sein muss. Und als Wolfsburg alles riskiert und Goalie Dustin Strahlmeier für einen sechsten Feldspieler vom Eis nimmt, versenkt Reichel den Puck zum 4:1 in die leere Kiste (59.).

Ein Sieg fehlt noch zum achten Titel. Los, Jungs, den sackt ihr am Freitag ein.