So  bitter nach einem grandiosen Kraftakt: Eisbär Sebastian Streu ist enttäuscht, im Hintergrund jubeln Münchens Bullen. dpa/Christophe Gateau

Märchen gibt es eben doch nur in Büchern oder im Film. Keine 24 Stunden nach dem 3:0 im entscheidenden Halbfinale gegen Mannheim führen die Eisbären auch in Finale eins gegen ausgeruhte Münchner 3:0 und gehen dann doch als 3:4 (2:0, 1:3, 0:1)-Verlierer vom Eis. Damit liegt der Meister in der Best-of-five-Serie erst mal 0:1 hinten.

Verloren ist natürlich noch lange nichts, eher nur Normales passiert. In der Hauptrunde gewannen beide Teams in den vier Duellen je zwei Spiele – alle auswärts. Also!

Lesen Sie auch: Eine Region hat Angst: Was passiert, wenn kein Öl mehr nach Schwedt fließt ... >>

Nationalhymne gibt's nur vom Band

Und, hey: Wann war bitte noch mal das fünfte, knüppelharte Halbfinale gegen Mannheim vorbei? Genau, am Donnerstag ertönte die Schlusssirene um 21.48 Uhr. Und wann, bitte, ging es für die Eisbären mit dem ersten Finale weiter? Ja, am Freitag, um 19.30 Uhr. Puh. München hatte seit dem 3:0 im Halbfinale gegen Wolfsburg seit Sonntag spielfrei.

Um so verrückter, was dann vor 10.015 Zuschauern in der Arena am Ostbahnhof los ist. Erst gibt es die Nationalhymne nicht wie in Berlin Tradition mit der E-Klampfe von Karat-Gitarrist Bernd Römer, sondern als Konserve vom Band. Na ja.

Eisbären legen los wie entfesselt

Wichtiger: Die Eisbären sind spritzig, flott und voller Energie, als hätte es die Serie gegen die Adler nie gegeben. Kevin Clark (12.) und Zach Boychuk im Powerplay (15.) treffen, der Meister führt 2:0. Wahnsinn!

Und als München zu Beginn des Mittelabschnitts zurückschlagen will, braucht Leo Pföderl nur 43 Sekunden bis zum 3:0 (21.). Was ist hier denn los!?

Nach 30 Minuten geht nicht mehr viel

Es ist fast zu schön, um wahr zu sein. Und kann auch nicht ewig so gehen. Als Clark wegen hohen Stocks mit Verletzungsfolge zwei plus zwei Strafminuten raus muss, kosten diese Unterzahl-Minuten unglaublich viel von der Kraft, die eigentlich gar nicht da sein kann. 3:51 Minuten wehren sich die Eisbären bravourös, Torwart Mathias Niederberger wächst mehrfach über sich hinaus – dann klingelt es doch. Patrick Hager verkürzt (30.).

Es ist so was wie der Steckerzieher: Noch mal Hager (32.) und Ben Smith (35.) gleichen aus. Zach Redmond (55.) schießt München dann zum Sieg. Immerhin: Jetzt haben die Eisbären tatsächlich doch über einen Tag Zeit, die Muskeln zu lockern und nach München zu kommen. Da steigt am Sonntag (15.15 Uhr) Spiel zwei.

Lesen Sie hier mehr über die Eisbären >>