So wie hier Blaine Byron (l.) und Yannic Seidenberg schenken sich Eisbären und RB München nichts. Foto: City-Press/Moritz Eden

Bloß gut, dass die Eisbären in der Tabelle einen schönen Vorsprung haben. Denn nach dem 3:4 vom vergangenen Sonntag gegen Nürnberg gibt es mit dem 2:3 (1:2, 1:0, 0:0/0:1) nach Verlängerung gegen RB München vor zu Coronazeiten maximal möglichen 2000 Zuschauern in der MB-Arena die zweite Pleite in Folge.

Schon kurios: München trainiert seit der Corona-Quarantäne erst seit Mittwoch wieder zusammen auf dem Eis, muss mit Philip Gogulla und Frank Mauer zwei altgediente Stürmer als Verteidiger bringen, stellt mit dem Norweger Henrik Haukeland einen DEL-Debütanten ins Tor - und hat trotzdem ein komplettes Line-up mit 19 Spielern auf dem Spielberichtsbogen. 

Kader-Luxus bei München

Die Eisbären müssen weiter auf die verletzten Zach Boychuk und Frans Nielsen sowie die Corona-Fälle Manuel Wiederer, Bennet Roßmy und Yannick Veilleux verzichten - und haben wie am vergangene Wochenende nur drei Reihen zu bieten. Das sagt auch was darüber, welcher Klub sich was leisten kann.

Haukeland ist zum Beispiel der fünfte Torwart im RB-Aufgebot, das aktuell 34 (!) Spieler umfasst. „Ein tiefer Kader auf allen Positionen ist in diesen schwierigen Zeiten unausweichlich“, sagte Sportdirektor Christian Winkler einfach mal so.

Eisbären treffen im Powerplay

Na ja, die dicke Hose sei München gegönnt. Denn auf dem Eis ist das Duell wie eigentlich zuletzt immer eine ganz enge Kiste (am Ende 42:41 Schüsse aufs Tor). Sehr intensiv, mit ganz viel läuferischem Engagement und Körpereinsatz auf beiden Seiten. Und - man mag es kaum glauben - bei den Eisbären mit einem Powerplay, das tatsächlich mal funktioniert.

Denn der Tabellenführer (aber abgeschlagenes Schlusslicht, was Tore in numerischer Überlegenheit angeht) führt 1:0, weil Giovanni Fiore bei 5 gegen 4 trifft (10.). Auch als München durch Filip Varejcka (12.) und Ben Smith (13., PP) das Blatt wendet, gleicht der Meister in Überzahl aus. In diesmal sogar doppelter sorgt Matt White mit einem strammen Direktschuss für das 2:2 (30.).   

Torhüter in Bestform

Dass die 60 Minuten nicht reichen, um einen Drei-Punkte-Sieger zu finden, liegt auch an den Goalies. Der erneut grandiose Mathias Niederberger zeigt 38 Paraden, Haukeland liefert sogar 40. Wie war das mit dem ausgeglichenen Spiel ..? 

In der Overtime geht es dann schnell. Ben Street trifft nach nur 18 Sekunden zum Sieg für München, dem EHC bleibt immerhin ein Pünktchen.

Am Sonntag gibt es gleich den nächsten Knaller. Das müssen die Eisbären nach Mannheim (17 Uhr). Der siebenmalige Champion empfängt den achtmaligen. Mehr Titel geht in Deutschland nicht.