Es ist wie so oft in dieser Spielzeit: Der Eisbären-Torwart (hier Juho Markkanen ist geschlagen), im Hintergrund jubelt der Gegner (diesmal Nürnberg).
Es ist wie so oft in dieser Spielzeit: Der Eisbären-Torwart (hier Juho Markkanen ist geschlagen), im Hintergrund jubelt der Gegner (diesmal Nürnberg). Foto: Imago/Andreas Gora

Oh man, ist diese Saison für den Titelverteidiger zäh und spröde! Die Eisbären schaffen wieder keinen Dreier, nicht mal einen Zweier -  beim 2:3 (1:2, 1:0, 0:0/0:1) nach Penaltyschießen gegen die Nürnberg Ice Tigers langt es nur zu einem mickrigen Punkt. Vor für Tabellenplatz 13 fast schon sensationellen 10.730 Zuschauern in der MB-Arena. Wenigstens die Fans sind immer noch meisterlich. Das werden sie auch Sonntag gegen Düsseldorf (14 Uhr, MB-Arena) zeigen.

Das 4:3 n. P. vom vergangenen Sonntag in Mannheim nach 1:3-Rückstand - viele hoffen, dass das endlich die Wende raus aus der bärigen Dauerkrise ist. Auch Trainer Serge Aubin, der seine erfolgreiche Truppe nur auf einer Position verändert. Neuzugang Rayan Bettahar (18/am Ende sind es üppige 11:33 Minuten Eiszeit für den deutschen U20-Nationalspieler) rückt für Frank Mauer in der Abwehr an die Seite von Julian Melchiori.

Neu-Eisbär Rayan Bettahar gleich mittendrin

Also darf Aushilfs-Abräumer Mauer wieder als Stürmer ran, in der vierten Reihe neben Manuel Wiederer und Eric Hördler. Juho Markkanen wird für seine starke Leistung bei den Adlern belohnt, macht das zweite Spiel in Folge als Start-Goalie. Peter Regin sitzt wieder als überzähliger Kontingentspieler draußen.  

Als Kevin Clark gleich das erste Powerplay nach herrlichem Direktspiel über Marcel Noebels und Zach Boychuk zum 1:0 nutzt (4.), sieht es so aus, als ob der Coup von Mannheim nachhaltige Wirkung hat. Leider ist er nur ein Strohfeuer.

Denn es kommt, wie es zu oft in dieser Saison läuft. Die Eisbären verpassen es, das 2:0 zu machen und werden dafür böse bestraft.

Eisbärenverfallen ins alte Muster

Erst lässt sich Marco Nowak von Patrick Reimer wegblocken, so hat Ex-Eisbär Blake Parlett freie Bahn und gleicht aus - 1:1 (9.). Damit nicht genug: Nur 77 Sekunden zieht Hayden Shaw ab, vor Markkanen ist jede Menge Verkehr, der Finne sieht den Puck viel zu spät - 1:2 (10.). Ach nee ...  

Und plötzlich ist es vorbei mit allen positiven Ansätzen, kaum was klappt noch beim Meister, das Spiel wird vogelwild. Wenigstens nutzt der EHC die dritte Überzahl im zweiten Drittel. Weil mit einem Mal wieder schnell und direkt gepasst wird. Marcel Noebels vollendet zum Ausgleich - 2:2 (36.). 

Jubiläums-Treffer für Marcel Noebels

Es ist sogar ein besonderer Treffer: Für Noebels ist es Tor Nr. 120 im Eisbären-Trikot, damit zieht er an Legende Stefan Ustorf vorbei. Dass es gegen Tabellen-Nachbar Nürnberg nicht für mehr reicht, erklärt Noebels schon vorm Beginn des dann torlosen Schlussabschnitts: „Wir spielen sicher nicht das, was wir uns vorgenommen haben, sind zu chaotisch im eigenen Drittel und kommen nicht richtig in die Zweikämpfe. Oft fehlt auch die Konzentration.“ Besser kann man es nicht zusammenfassen.

In der Overtime trifft Matt White nur den Pfosten (65.), im Penaltyschießen verwandelt nur White, Clark und Noebels scheitern an Ex-EHC-Torwart Leon Hungerecker im Tigers-Käfig. Für Nürnberg sind Tyler Sheehy (der schon gehaltene Puck rutscht Markkanen noch aus den Klamotten über die Linie) und Reimer erfolgreich. Verflixt ...

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