Was für eine Perspektive! Eisbär Matt Whihe (l.) hat soeben zur 2:1-Führung bei den Wolfsburg Grizzlys getroffen.  Foto: City-Press/Moritz Eden

60 Minuten reichen in diesem Duell in dieser Saison einfach nicht. 2:3 (0:1, 2:0, 0:1/0:1) nach Penaltys verlieren die Eisbären in Wolfsburg, nach drei Siegen mal wieder ein Dämpfer. Aber so dicht sind sie gegen die Grizzlys noch nie dran. Denn ersten beiden Neuauflagen des Vorjahres-Finales gehen noch jeweils in der Overtime mit 2:3 in Berlin und 4:5  in Niedersachsen in die Hose. 

Die ersten Hingucker liefern die Grizzlys. Zum einen mit ihren goldenen, mit Schneeflocken und Eiskristallen verzierten Trikots, die sie im fahlen Licht der von 1177 Zuschauern besuchten Eisarena Wolfsburg teilweise wie in einer 80er-Jahre-Disko glitzern lassen. Hat auch ein bisschen was von Geschenkpapier. Na ja, wenn's schön macht ... 

Marcel Noebels traumhaft

Schön nutzt der Vize-Meister auf jeden Fall seine erste Chance. Die Eisbären, bis dahin drückend überlegen, sind das erste Mal in Unterzahl, Jordan Murray braucht gerade mal neun (!) Sekunden, bis er von der blauen Linie zum 0:1 (9.) trifft.

Doch was der Vize kann, kann der Meister schon lange. Nämlich klasse Tore erzielen. Im zweiten Drittel zeigen sie es. Zuerst ist Marcel Noebels dran. Nach einem Pass von Simon Despres steht er mit dem Rücken zum Tor. Drehung um die eigene Achse und mit der Rückhand abziehen sind eine fließende Bewegung, der Puck schlägt zum 1:1 ein (27.).

Matt White gnadenlos

Auch die Führung ist was fürs Auge! Kevin Clark bedient Matt White zentral vorm Tor, der hämmert die Hartgummischeibe direkt und gnadenlos in den rechten oberen Winkel - 2:1 (35.).

Die Führung ist wieder futsch, weil Wolfsburg erneut im Powerplay trifft. Chris DeSousa schießt von hinterm Tor EHC-Goalie Mathias Niederberger das Spielgerät an den Schläger, von da flippert der Puck rein - 2:2 (48.). Bitter. 

Weil keine weiteren Tore fallen, gibt es die fünf Minuten Verlängerung, in denen kein Team zu einer hundertprozentigen Chance kommt. Mann gegen Mann treffen dann Tylor Gaudet, Trevor Mingoia und Chris DeSousa für Wolfsburg, für die Eisbären nur Matt White. Die Eisbären nehmen nur einen Punkt mit, laufen aber auch am Donnerstag gegen Schwenningen (19.30 Uhr, MB-Arena) als DEL-Tabellenführer auf.  

Aufholjagd geht schief

PS: Das Duell Grizzlys gegen Eisbären ist auch das der DEL-Topscorer. Wolfsburgs DeSousa legt das 1:0 auf, trifft zum 2:2 und  verbucht so seine Punkte 37 und 38. White und Noebels sammeln mit ihren Treffern auch Zählbares, haben nun als Verfolger beide 34 Zähler auf dem Konto. Aber jetzt sind es schon vier Rückstand auf den Wolfsburger an der DEL-Spitze.