Die Eisbären (v.l.) Matt White, Morgan Ellis und Yannick Veilleux feiern in Nürnberg nach dem Tor zum 2:0.
Die Eisbären (v.l.) Matt White, Morgan Ellis und Yannick Veilleux feiern in Nürnberg nach dem Tor zum 2:0. Foto: Imago/Zink

Mein lieber Scholli, das tut soooo gut! Die Eisbären gewinnen mit einer endlich mal wieder vor allem defensiv überzeugenden Leistung 2:0 (0:0, 2:0, 0:0) vor 7117 Zuschauern bei den Nürnberg Ice Tigers und fahren drei megawichtige Punkte im Kampf gegen den Abstieg ein.

Jetzt müssen sie aber auch das Gesetz brechen, nach dem in dieser Saison bisher auf einen Sieg immer eine Niederlage folgt (einzige Ausnahme Anfang Oktober mit acht Zählern aus neun Partien). Denn am Freitag kommt mit Augsburg der direkte Abstiegs-Konkurrent in die MB-Arena (19.30 Uhr). Da sind drei weitere Punkte ein absolutes Muss. 

Marcel Noebels: „Einmal so eine Lesitung reicht nicht“

So sieht es auch Marcel Noebels nach dem Erfolg bei den Ice Tigers: „Besser kann man ein Auswärtsspiel kaum spielen. Aber einmal so eine Leistung reicht nicht. Gegen Augsburg wird es richtungweisend, wohin es für uns noch gehen kann. Wir müssen natürlich weiter nach unten schauen, aber ich glaube noch an die Top Ten.“ Das wäre dann die Quali für die Play-offs und nach dieser bisher so verkorksten Saison ein echter Lichtblick.

Was Noebels und jeden EHC-Fans so erfreut: Die Eisbären sind diesmal von der ersten bis zur letzten Minute hellwach, denken zuerst defensiv und sind vor des Gegners Tor eiskalt. Leo Pföderl (25.) und Yannick Veilleux (40./für beide ist es jeweils erst das fünfte Saisontor) im Powerplay elf Sekunden vor Ende des zweiten Drittels fälschen Schüsse unhaltbar ab. Einfaches, schnörkelloses Eishockey.

Sportchef Stéphane Richer denkt von Drittel zu Drittel

Das hat auch Sportchef Stéphane Richer erleichtert registriert: „Wir spielen zu oft zu kompliziert, heute halten wir es einfach und es funktioniert.“ Für Euphorie ist das aber kein Anlass: „Für uns geht es jetzt Drittel für Drittel und Spiel für Spiel. Dann schauen wir, wo das hinführt. Es ist noch viel Eishockey zu spielen.“ Heißt: Auch Richer hat die Saison noch nicht abgehakt. 

Dass es (wieder mal) neue Hoffnung gibt, verdanken die Eisbären in großem Maße auch Tobi Ancicka. Der oft kritisierte Torwart zeigt 27 zum Teil sensationelle Paraden (besonders im 3 gegen 5 Mitte des zweiten Drittels). Der Lohn ist sein erstes Zu-null-Spiel 2022/23, beim zuvor einzig makellosen Sieg, dem 5:0 gegen Bietigheim, stand Juho Markkanen in der Kiste.  

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