Nach der Schlusssirene herrscht beim DEB-Team grenzenlose Enttäuschung vor. Foto: Imago/Just Pictures

Das ist so bitter! So gemein! So unverdient! Deutschlands Eishockey-Helden schnuppern an der ganz großen Sensation, liefern im WM-Halbfinale Weltmeister Finnland einen Riesen-Kampf - und sind nach dem 1:2 (0:2, 1:0, 0:0) dann doch geknickt.

Kopf hoch, Jungs! Ihr könnt trotzdem stolz auf euch sein, Eishockey-Deutschland ist es sowieso. Münzt euren Frust in Energie um und holt euch am Sonntag (14.15 Uhr, Sport1) gegen die USA (2:4 gegen Kanada) Bronze. Es wäre die erste deutsche WM-Medaille seit 68 Jahren.

Abgezockte Nordmänner

Kapitän Moritz Müller kämpft nach der Schlacht gegen die Finnen mit den Gefühlen: „Die Enttäuschung ist jetzt sehr groß. Wir wollten Weltmeister werden.“

Gegen die abgezockten Nordmänner, die eiskalt zwei ihrer wenigen Möglichkeiten nutzen (Iiro Pakarinen/14., Hannes Björninen/19.), zeigen die Jungs von Bundestrainer Toni Söderholm die nach einem ohnehin schon megastarken Turnier beste Leistung der Tage von Lettland - und werden doch nicht belohnt.

Ausgerechnet Niederberger

Weil eben doch (noch) nicht alles geht im deutschen Eishockey. Ausgerechnet Eisbären-Goalie Mathias Niederberger, bis auf diesen einen winzigen Moment im gesamten WM-Turnier die überragende Krake zwischen den Pfosten, patzt beim 0:1, lässt den eher harmlosen Schuss durch die Schoner flutschen.

Beim 0:2 schnappt sich Björninen die ihm nach einem unsauberen Pass von Eisbär Lukas Reichel auf Moritz Seider in den Lauf fallende Scheibe. NHL-Ass Dominik Kahun nach dem ersten Durchgang: „Die Tore waren richtig unnötig. Ich glaube auf jeden Fall, dass wir die bessere Mannschaft sind. “

Ansage von Pföderl 

Okay, zumindest auf Augenhöhe mit dem Weltmeister sind sie auf jeden Fall. Aber mehr als 1:2 durch Matthias Plachta (32.) ist nicht drin. Im Schlussdrittel schnüren die DEB-Cracks die Finnen phasenweise in deren eigener Zone ein. Aber Jonas Müller (45.) und Marcel Noebels (53., 55.) verpassen den Ausgleich.

Schade! Eisbären-Kollege Leo Pföderl spendet Trost und blickt nach vorn: „Es ist noch nicht vorbei. Es gibt noch was zu gewinnen. Wir brauchen bloß so weiterzumachen. Morgen wollen wir das Ding holen.“ Auf geht's!