Drei Mitglieder der sächsischen Nacktwanderfreunde suchen ihren Weg im Irrgarten der Sinne.
Drei Mitglieder der sächsischen Nacktwanderfreunde suchen ihren Weg im Irrgarten der Sinne. dpa/Woitas

17 Grad, windig, aber wenigstens trocken: Sächsische Fans der Freikörperkultur hatten sich nicht gerade den schönsten Tag für ihr Nackt-Happening ausgesucht. Bibbern beim FKK: Dutzende Nackt-Schnecken haben sich am Sonntag nicht von kühlen Temperaturen abschrecken lassen und den Irrgarten der Sinne in Kohren-Sahlis (Landkreis Leipzig) bevölkert.

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„Weil es kalt ist, darf man die Jacke anlassen“, erklärt Veranstalter Jörg Günther am Eingang. Er selbst steht da dick angemummelt – mit Jacke, Weste, Hemd und wärmendem Tee in der Hand.

Aufwärmen konnten sich die Nudisten auch, bei Glühwein, Kaffee, Tee oder Kartoffelsuppe

Aber echte FFK-Anhänger lassen sich von so einem bisschen Wetter nicht in die Flucht schlagen. Bis zum frühen Nachmittag seien mehr als 50 Besucher gekommen, auch aus der Schweiz, Bayern, Hessen und Berlin, sagt Günther. Allerdings fehle es der FKK-Bewegung an Nachwuchs, die meisten Besucher seien „ältere Semester“. Aufwärmen konnten sich die Nudisten auch, bei Glühwein, Kaffee, Tee oder Kartoffelsuppe.

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Mit Umhängebeutel: Martin, Erik und Rainer von den sächsischen Nacktwanderfreunden schießen ein Erinnerungsfoto im Irrgarten der Sinne.
Mit Umhängebeutel: Martin, Erik und Rainer von den sächsischen Nacktwanderfreunden schießen ein Erinnerungsfoto im Irrgarten der Sinne. dpa/Woitas

Gut vorgewärmt stürzten sich die Nackten ins Heckenlabyrinth. 3,5 Kilometer lang, mit etwa 5000 Rasenkanten und 9000 Hainbuchen. Ein Irrgarten der Sinne, in dem man sich als Nackter besonders wohlfühlen muss. Auf die wärmende Jacke wurde meist verzichtet. Nur Sandalen, Socken und Halbschuhe schützen die Füße vor Kälte, elegant baumelten Umhängetaschen mit allen nötigen Utensilien über dem nackten Oberkörper.

FKK in Sachsen. Im nächsten Jahr geht es wieder nackt in den Irrgarten der Sinne

Die Freikörperkultur reicht bis um die Wende zum 20. Jahrhunderts zurück. Vor allem in der DDR hatte sie später viele Anhänger. Verbreitet ist sie bis heute besonders beim Baden etwa an der Ostsee oder an Seen im Inland. Im Harz etwa gibt es auch einen Naturistenstieg, wo Wanderer nackt durch die Natur streifen können.

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Nach Angaben des Verbandes für Freikörperkultur gibt es in Deutschland mehr als 130 FKK-Vereine. „Diese unterhalten schöne Gelände und bieten ihren Mitgliedern und Gästen Sport, Spiel, Erholung und Naturerlebnis“, heißt es auf der Internetseite. Den Nudisten geht es den Angaben nach um Harmonie mit der Natur.

Ihm war kalt:Jörg Günther, Betreiber des Irrgartens der Sinne, blieb angezogen und steht mit Jacke und heißem Tee in seinem Irrgarten.
Ihm war kalt:Jörg Günther, Betreiber des Irrgartens der Sinne, blieb angezogen und steht mit Jacke und heißem Tee in seinem Irrgarten. dpa/Woitas

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„Es tut gut, sich nackt in der Natur zu bewegen“, sagt auch Irrgarten-Betreiber Günther. Der FKK-Tag sei hier schon zum siebten Mal veranstaltet worden – und auch nächstes Jahr solle es eine Fortsetzung geben. Mit den hohen Hecken seien die Nackten in dem 3,5 Kilometer langen Labyrinth auch ungestört vor Blicken von außen.