Angela Merkel hat sich am Mittwoch mit den Ministerpräsidenten getroffen. Die Beschlüsse sind gefasst. Foto: Florian Gaertner/photothek.net via www.imago-images.de

In Regionen mit stark steigenden Corona-Zahlen werden private Feiern künftig generell auf maximal zehn Teilnehmer und zwei Hausstände begrenzt. Das haben Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder am Mittwoch in Berlin beschlossen. Die Begrenzung gilt bei mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche.

In Corona-Hotspots soll es zudem künftig generell eine Sperrstunde um 23 Uhr in der Gastronomie geben. Berlin hat diese Sperrstunde bereits eingeführt. Sie gilt von 23 bis 6 Uhr für Kneipen, Bars und Geschäfte.

Angela Merkel forderte die Länder zu einer gemeinsamen Kraftanstrengung im Kampf gegen das Virus auf. „Wollen wir einen beherzten Schritt machen, oder uns wieder Woche für Woche treffen wie im Frühjahr“, sagte die CDU-Politikerin nach Angaben von Teilnehmern. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) warnte demnach: „Wenn wir nichts spürbar beschließen, ist der nächste Lockdown unvermeidlich. Wir sind von Hochrisikogebieten umgeben in Deutschland. Das Gefährdungspotenzial ist riesig.“

Merkel mahnt „beherzten Schritt“ an

Die Kanzlerin und die Ministerpräsidenten kamen erstmals seit Juni wieder persönlich zusammen und berieten nicht nur per Videokonferenz. Das Treffen stand unter dem Eindruck stark steigender Infektionszahlen in Deutschland und zum Teil noch dramatischerer Entwicklungen bei vielen europäischen Nachbarn. Hierzulande wurden nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Mittwoch aktuell 5132 Neuinfektionen gemeldet - so viele wie seit Mitte April nicht mehr.

Bereits bei einem Grenzwert von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche soll zudem die Maskenpflicht erweitert werden. Sie soll auch überall da gelten, wo Menschen dichter beziehungsweise länger zusammenkommen.