Während der ersten Welle der Pandemie sind viele Senioren vereinsamt Foto: imago

Ja, es ist schade, dass Urlaub machen schwieriger geworden ist in diesem Pandemieherbst. Seitdem Bürger bei innerdeutschen Reisen in Hotels und Pensionen einen negativen Test vorweisen müssen, der nicht älter sein darf als 48 Stunden, bevor sie untergebracht werden, sind viele Buchungen storniert worden.

Aber es ist schon etwas befremdlich, wie sehr das Thema Beherbergungsverbot die Debatte in den vergangenen Tagen dominiert hat. Auch beim großen Gipfeltreffen am Nachmittag im Kanzleramt zwischen Angela Merkel und den Ministerpräsidenten spielte das Thema eine Rolle. Auch über Schulen und mögliche Schließungen wird ausführlich gestritten. Die Politik überschlägt sich derzeit mit immer wieder neuen Ideen. Zwei CDU-Abgeordnete brachten eine Verlängerung der Weihnachtsferien ins Gespräch.

Aber was ist eigentlich mit Eltern und Großeltern, die schwerkrank im Krankenhaus liegen und für die neuerdings wieder ein „absolutes Besuchsverbot“ gilt? Das ist in einigen Berliner und auch Brandenburger Krankenhäusern wieder eingeführt worden und führt zur Verwirrung und Verunsicherung bei Patienten und Angehörigen. Und es weckt böse Erinnerungen: Es ist bei vielen noch gar nicht durchgedrungen, was für Dramen sich in den vergangenen Monaten ereignet haben: Man hört immer wieder Geschichten von alten Menschen, die isoliert und allein im Heim starben, oft ohne zu verstehen, was eigentlich los ist.

Eigentlich hatte Merkel in der Pressekonferenz nach dem letzten Treffen mit den Ministerpräsidenten gesagt, das dürfe nicht mehr vorkommen, dass alte Menschen allein gelassen werden. Doch was ist seitdem geschehen? Aber sieben Monaten sind seit dem Beginn der Pandemie vergangen und trotzdem gibt es kaum Konzepte zum Schutz von alten Menschen, Bewohnern von Pflegeheimen. Und das alles, obwohl Krankenhäuser und Pflegeheime eindeutig als Treiber der Pandemie identifiziert wurden.