Das Seniorenheim in Lichtenberg wird geräumt.  Foto: Pudwell

Nach zahlreichen Corona-Fällen musste am Freitagabend ein Altenpflegeheim an der Gensinger Straße in Berlin-Lichtenberg teilweise evakuiert werden. 14 Patienten wurden in umliegende Krankenhäuser gebracht. Zuvor hatte es zwölf Todesfälle gegeben, teilte die Betreiberfirma mit.

Elf der zwölf Verstorbenen seien in Krankenhäusern ihrer Covid-19-Erkrankung erlegen, nachdem sie wegen ihrer Symptome dorthin verlegt worden waren. Alle hätten schwere Vorerkrankungen gehabt oder seien in der „Palliativphase“ gewesen, also ohnehin und vor Covid-19 dem Tode nahe.

In dem Kursana-Haus der Dussmann-Gruppe waren nach aktualisierten Angaben des Bezirksamtes zuletzt 47 Menschen positiv auf das  Corona-Virus getestet worden. Dazu gehörten 27 der 90 Bewohnerinnen und Bewohner. Die übrigen seien 17 Mitarbeiter sowie enge Kontaktpersonen, erklärte der Sprecher des Bezirksamts.  

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Feuerwehr und DRK waren seit dem späten Freitagnachmittag mit einem Großaufgebot im Einsatz, nachdem der Amtsarzt von Lichtenberg mittags um Amtshilfe gebeten hatte. In Abstimmung mit dem Krisenstab des Bezirkes, Bezirksbürgermeister Michael Grunst (Linke) und der Feuerwehr wurde deshalb die Teilevakuierung beschlossen.

Laut der Sprecherin von Kursana wurde der erste Infektionsfall am 8. Oktober bei einem Bewohner festgestellt, der ins Krankenhaus gebracht worden war. Das Haus sei daraufhin für Besucher geschlossen worden, es habe auch keine Aufnahmen und keine Gruppenangebote mehr gegeben. Alle Mitarbeiter hätten mit FFP-2-Masken und nach den Standards des Robert Koch-Instituts gearbeitet.

Wohnbereiche mit Infektionen seien unter Quarantäne gestellt worden, ihre Bewohner hätten ihre Mahlzeiten in den Zimmern eingenommen. In der kommenden Woche sollen Wohnbereiche definiert werden, in denen ausschließlich infizierte Senioren untergebracht werden, um sie von den gesunden Nachbarn räumlich zu trennen.

Am Tag der Teil-Evakuierung wurden 46 Ausweichplätze gefunden, es mussten am   aber nur 14 Patienten verlegt werden. Die Betreiberfirma konnte nach Angaben der Feuerwehr zusätzliches Personal in die Einrichtung schicken, um die Betreuung von Patienten sicherzustellen. 

Der Amtsarzt war auch am Sonnabend wieder im Heim, um die weitere Entwicklung zu beobachten. 

Feuerwehrleute vor dem Heim.  Foto: Pudwell

Betreiber des Heimes war gegen eine Evakuierung

Der Betreiber des Altenpflegeheimes hatte sich nach Informationen des KURIER gegen eine Evakuierung ausgesprochen. „Da aber 17 Pflegekräfte positiv auf Corona getestet worden sind, kann in dem Heim keine adäquate Pflege mehr gewährleistet werden“, hatte Feuerwehrsprecher Thomas Kirstein am Freitag erklärt.

Dazu erklärte Kursana, dass man die Maßnahme ausdrücklich begrüße.