2020 sah der Baum für den Breitscheidplatz untenrum auch ganz schön zerzaust aus.
2020 sah der Baum für den Breitscheidplatz untenrum auch ganz schön zerzaust aus. Imago/Zeitz

Der Breitscheidplatz und der Weihnachtsbaum: Kein Paar, das sonderlich gut zusammenpasst. Jedes Jahr im November die bange Frage: O Tannenbaum, o Tannenbaum, wirst du wieder zum Pannenbaum? Was mussten wir hier nicht schon für Krücken anschauen – vom Baum, dem die Äste fehlten, bis hin zum Plastikbaum. Und diesmal? Ist der Baum so groß, dass er nicht durch den Tunnel passt ...

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Die Aufstellung des Weihnachtsbaums für den Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche hat sich wegen Problemen beim Transport verzögert. Die 22 Meter hohe Tanne befinde sich noch am südöstlichen Stadtrand, der Transporter sei noch nicht losgefahren, sagte ein Berliner Polizeisprecher am Dienstagmorgen.

90 Zentimeter zu hoch: Tieflader mit Weihnachtsbaum passt nicht durch den Britzer Tunnel

Die auf einem Tieflader liegende Tanne ist offenbar zu hoch für den Autobahntunnel in Berlin-Britz. Der Transport müsse für eine andere Strecke neu beantragt werden, teilten die Veranstalter mit. Voraussichtlich soll die Tanne nun in der Nacht zu Mittwoch von Schönefeld bei Köpenick durch Berlin zum Kudamm gefahren werden. Aufgestellt werden könnte sie dann am Mittwochvormittag.

Problem: Die Tanne wurde wohl nicht richtig für den Transport verpackt. Die Autobahnpolizei hat die Höhe von Tieflader plus Tanne mit 5,20 Meter gemessen. Aber: Der Autobahn-Tunnel ist nur 4,30 Meter hoch.

Die Tanne wurde am Montag im Garten der Spender in Bohnsdorf gefällt. „Diesmal wird’s garantiert keine Panne-Tanne“, versprach Baumspender Klaus Peters (71) am Montag in der B.Z. „Eine 22-Meter-Kolorado-Tanne, gepflanzt 1993 und in 30 Jahren gewachsen wie im Bilderbuch.“

Höhepunkt der Pannenserie: die Weihnachtskrücke von 2003
Höhepunkt der Pannenserie: die Weihnachtskrücke von 2003 Imago/Wagner

Laut einer Sprecherin des Weihnachtsmarkts habe der Baum fast 30 Jahre bei der Familie gestanden, bevor er nun für den Weihnachtsmarkt ausgewählt wurde. Der Markt ist vom 21. November bis Neujahr geöffnet.

Die Chronik der Pannen-Tannen

Schon früher sorgten Weihnachtsbäume vom Breitscheidplatz für Gesprächsstoff. Mal war ein Baum zu lang, mal zu schwer, mal zerbrach er schon beim Transport. Im Jahr 2000 war eine Fichte aus Bayern so mickrig, dass sie an Elefanten im Zoo verfüttert und „bayerische Provokation“ getauft wurde.

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2003 wurde ein Baum halb kahl geliefert und gleich auf dem Breitscheidplatz zersägt, 2010 versuchte man es dann auf dem Breitscheidplatz mit einem Plastikbaum. Auch nicht schön. Hoffen wir mal, dass der Bohnsdorfer Baum die Transport-Komplikationen ohne Bruch überlebt.