Hilfsgüter für die Mitarbeiter der ukrainischen Zoos werden im Tierpark verladen. Es sind unter anderem Medikamente, Akkus („Powerbanks“) und Stirnlampen dabei. Tierpark Berlin

Bei der Vorstellung des sanierten und umgebauten Raubtierhauses im  Zoo hatte Andreas Knieriem keine schönen Gedanken gehabt: Es war der Kriegsbeginn in der Ukraine, und es dämmerte nicht nur dem Direktor von Zoo und Tierpark, dass das schreckliche Folgen für die Zoos dort bedeuten könnte. Jetzt sagt Knieriem: „Unsere anfängliche Fassungslosigkeit haben wir schnell überwunden und alle Hebel in Bewegung gesetzt, um schnelle und effektive Hilfe zu leisten. Wir sind überwältigt von dieser Spendenbereitschaft – in den vergangenen Tagen sind mehr als 80.000 Euro an Spenden für die Zoos in der Ukraine bei uns eingegangen.“

Fast 20 Tonnen Futtermittel  seien bereits auf dem Weg, darunter 750 Kilogramm Zebrafutter, 1,225 Tonnen Giraffenfutter und 1,125  Tonnen für Nashörner. Nach einem Zwischenstopp in Warschau würden die Kollegen aus den Zoos Warschau und Lodz die Verladung in Kleinbusse organisieren, die dann von Ukrainern unter anderem nach Kiew, Charkiw und Odessa gebracht werden sollen.

Hilfe nicht nur für die Tiere, sondern auch für ihre Betreuer

Parallel starte noch am Donnerstag ein weiterer Transporter mit Verbandsmaterial, Nahrungsmitteln und weiteren Hilfsgütern aus dem Tierpark Berlin in Richtung Ukraine. „Unsere Kollegen in der Ukraine sind rund um die Uhr bei ihren Tieren und leisten dort Unglaubliches. Es ist für uns eine absolute Selbstverständlichkeit, dass wir helfen“, erklärt Tierpark-Tierpfleger Micha Horn, der mit dem Tierpark-Transporter die erste Etappe in Richtung Ukraine fahren wird.

Die Zoos in der Ukraine benötigen zudem dringend Medikamente, um die Tiere im Ernstfall medizinisch zu versorgen. Zoo und Tierpark Berlin stehen aktuell mit den zuständigen Behörden im Austausch, um zeitnah eine Sondergenehmigung für die Ausfuhr der benötigten Medikamente zu erwirken.