Hunderttausende Menschen sahen die Konzerte von Rammstein bei der Europa-Tour - in der Silvesternacht soll die Bühne der Rocker nun auf der Theresienwiese stehen.
Hunderttausende Menschen sahen die Konzerte von Rammstein bei der Europa-Tour - in der Silvesternacht soll die Bühne der Rocker nun auf der Theresienwiese stehen. Rammstein/Rob Lewis

Noch immer wird in Bayern erbittert gestritten: Schon vor Tagen wurde berichtet, dass die Rocker von Rammstein ein XXL-Konzert auf der Münchner Theresienwiese planen – in der Silvesternacht. Rund 145.000 Menschen sollen kommen, um bei der gigantischen Party mitsamt reichlich Spezialeffekten und Feuerwerk ins neue Jahr zu rutschen. Bereits am Mittwoch stimmte der Stadtrat dafür – doch es gibt noch immer viel Gegenwind. Jetzt wandte sich Katharina Schulze, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Landtag und Sprecherin für Inneres, an Bayern Innenminister Joachim Herrmann.

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Denn: Sie hat große Bedenken – und will nicht, dass das Konzert in der Silvesternacht stattfindet! Der Stadtrat habe „gegen die ausdrücklichen Sicherheitsbedenken des Polizeipräsidiums Münchens“ einem Antrag des Wirtschaftsreferenten zugestimmt. „Wir alle sind erleichtert und froh, dass nach den Einschränkungen der Pandemie nun endlich wieder kulturelle Veranstaltungen ohne Einschränkungen möglich sind. Es ist großartig, dass die Kunst wieder aufblüht und kreative Ideen für Konzerte, Aufführungen und Veranstaltungen entstehen“, schreibt die Grünen-Politikerin.

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Rammstein: Darf das Konzert an Silvester in München stattfinden?

Das sei ein Grund zur Freude. „Gleichzeitig darf uns und insbesondere den Verantwortungsträger*innen diese Freude nicht den Blick auf das Wesentliche verstellen: Die Sicherheit der Bürger*innen, der Polizeieinsatzkräfte, der Ehrenamtlichen aus Feuerwehr und Rettungsdiensten müssen wir dabei im Blick haben und ihre Expertise ernst nehmen. Wir klatschen nicht nur auf dem Balkon für deren Einsatz, sondern wir stärken unserer Polizei und unseren Rettungskräften auch dann den Rücken, wenn sie uns brauchen.“

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Katharina Schulze, Fraktionsvorsitzende der Grünen, im Landtag. Sie bezweifelt in einem offenen Brief, dass das Konzert von Rammstein an Silvester eine gute Idee ist.
Katharina Schulze, Fraktionsvorsitzende der Grünen, im Landtag. Sie bezweifelt in einem offenen Brief, dass das Konzert von Rammstein an Silvester eine gute Idee ist. imago/Rolf Poss

Man müsse sehr verwundert sein, dass sich der CSU-Wirtschaftsreferent der Stadt München „sehenden Auges über die Gefahrenprognose des Polizeipräsidiums München hinwegsetzt“, schreibt sie. „Das ist ein befremdlicher Vorgang. Eine Veranstaltung dieser Größenordnung in der Silvesternacht wird das Polizeipräsidium München wohl kaum aus eigenen Ressourcen begleiten können, weshalb das Thema schon deshalb überregionale sicherheitspolitische Bedeutung hat.“

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Katharina Schulze führt auch die Sicherheitsbedenken der Polizei an. So habe auf der Theresienwiese noch nie ein Konzert mit 145.000 Besuchern stattgefunden. „Es bestünden keine Erfahrungswerte, kein bewährtes Sicherheitskonzept und eine sehr kurze Zeitschiene, um selbiges zu erarbeiten.“ Zudem seien die Sicherheitskräfte in der Silvesternacht sowieso unter Druck – und es sei unwahrscheinlich, dass man aufgrund des Personalmangels in der Sicherheitsbranche genug Ordner für das Konzert bekommt. Zudem sei es möglich, dass die 145.000 Menschen nach dem Konzert in die Münchner Innenstadt „schwappen“.

Rammstein: Innenminister soll zeitnah Stellung zum Konzert beziehen

In ihrem Brief bittet sie den Innenminister, zeitnah Stellung zu nehmen. Fraglich sei nicht nur die kurze Zeitschiene bis zum Konzert, sondern auch, mit wie vielen Polizei- und Sicherheitskräften aus anderen Teilen Bayerns zu rechnen sei, falls das Konzert stattfindet. „Wie bewerten Sie den Vorgang? Über ein etwaiges Sicherheitskonzept – das bis dato noch nicht vorliegt – bitte ich Sie dann im Innenausschuss des Bayerischen Landtags zeitnah Bericht zu erstatten.“

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