Viel Durst im Mauerpark.  Foto: AP Photo/Markus Schreiber

Nicht nur sonntags im Mauerpark sind die Kehlen der Flaneure oft trocken. Dann freuen sie sich, wenn auf dem weitläufigen Areal ein fliegender Händler mit Getränken auf dem Fahrrad oder Handwagen ihre Wege kreuzt und kaufen Brause oder Bier.

Ob oben an der Graffitiwand, an den Bänken oder auf der Liegewiese: Die fliegenden Händler tauchen überall auf – fast scheint es so, als hätten sie sich ihre Reviere abgesteckt.

Erlaubt ist das offiziell nicht. Doch das Ordnungsamt ist wegen Personalmangels selten vor Ort und daher außerstande, die Händler von ihrem lukrativen Tun abzuhalten. Die eingesetzten Parkläufer dürfen nur mahnen, nicht ahnden. Und die ab und zu patrouillierende Polizei schaut auch vorbei.

Nun überlegen sie in Pankow, wie man das Problem lösen kann. Lizenzen an die Bier-Walker ausgeben und Verbotenes einfach erlauben? So lautet ein Vorschlag, der ausgerechnet von einer Ordnungsamtsmitarbeiterin kommt, und der vor kurzem beim Runden Tisch zum Mauerpark diskutiert wurde. Also vom Amt zugelassene Alkoholverkäufer. „Wir haben ein Problem mit illegalem Handel und wir suchen nach lebenspraktischen Lösungen“, sagte Bezirksbürgermeister Sören Benn (Linke) dem Tagesspiegel.

Doch so praktikabel ist die Idee in den Augen des Vereins Freunde des Mauerparks nicht: „Eine Vergabe von Ausschankgenehmigungen würde das Problem des illegalen Handels nicht lösen, sondern deutlich verschärfen“, so dessen Vorsitzender Alexander Puell. Für ein friedvolles und respektvolles Miteinander im Park brauche es nicht noch mehr Alkohol im Park – im Gegenteil.

Außerdem gäbe es bereits genug Gelegenheiten, sich mit Getränken zu versorgen. „Diese legalen Angebote bieten auch WC-Nutzung und sorgen dafür, dass die Kaufbeschränkungen von Alkohol an Jugendliche eingehalten werden“, so Puell weiter.

Statt einer Erlaubnis für Bier-Walker, deren Lizenzen sowieso keiner kontrollieren könnte, wünscht sich Puell echte Kontrollen. „Das Ordnungsamt versucht hier Feuer mit Feuer zu löschen. Zielführend wären vielmehr regelmäßige Kontrollen.“ Stefanie Hildebrandt