Dichtes Gedränge, wie 2019, wird es in diesem Sommer vor der Freilichtbühne an der Zitadelle nicht geben. Foto: Kulturhaus Spandau

Vor zehn Wochen wurden wegen Corona die Berliner Bühnen geschlossen. Während im Senat noch über die Öffnung der Theater debattiert wird, hat nun der Bezirk Spandau gehandelt. Er genehmigte dem dortigen Kulturhaus, die Freilichtbühne an der Zitadelle wieder für Veranstaltungen zu öffnen.

Ab dem 4. Juli geht es los, so Kulturhaus-Chefin und Vize-Kulturamtsleiterin Britta Richter (43). Laut Programm wird US-Soul-Sänger Keith Tynes an diesem Tag auf der Zitadellen-Bühne den Spandauer Kultursommer eröffnen. Country-Legende Larry Schuba soll am 10. Juli auftreten.

Weitere Shows sind mit Comedian und Musiker geplant. „Wir wollen den Berlinern endlich wieder Kultur anbieten“, sagt Richter. „Natürlich werden die Veranstaltungen nur eingeschränkt stattfinden können. Vor Corona wurde die Freilichtbühne im Sommer sechs Mal in der Woche bespielt, nun sind es nur zwei Veranstaltungen pro Woche.“

Für die Shows gelten Abstands- und Hygieneregelungen

Die Aufführungen finden unter strenger Einhaltung der Abstands- und Hygieneregelungen statt. „Ein Teil der Zuschauerbänke werden entfernt, statt 600 Besucher dürfen nur 120 Menschen zu jeder Veranstaltung kommen“, sagt Richter. Karten werden nicht vor Ort, sondern nur im Internet verkauft. Geschlossen bleibt auch der zur Freilichtbühne gehörende Biergarten. „Essen und Getränke können sich die Besucher wie bei einem Picknick mitbringen“, sagt Richter. Maskenpflicht gebe es keine.

Damit das bezirkseigene Kulturhaus Spandau unter Pandemiebedingungen ihre Freilichtbühne öffnen kann, musste ein umfangreiches Konzept erarbeitet werden. „Das Gesundheitsamt und die Amtsärztin haben es genehmigt“, sagt Richter. Nun muss nur noch der Senat seinen Segen geben. „Daher findet das ab 4. Juli geplante Programm unter Vorbehalt statt. Gekaufte Karten werden zurückgenommen, falls der Senat nicht zustimmt“, so Richter.

Laut Senatsverordnung müssen Berlins Bühnen bis zum 5. Juni zu bleiben. Ob es so bleibt, hänge von der Ministerpräsidentenrunde mit der Kanzlerin ab, so Daniel Bartsch, Sprecher von Kultursenator Klaus Lederer. Denn in der Runde, die nächste Woche stattfindet, geht es auch um den bundesweiten Theater-Neustart.