Ein Lehrer verteilt  Halbjahreszeugnisse an Schülerinnen und Schüler. dpa

Zwei Stunden normaler Unterricht am Morgen, dann in der dritten Stunde erhalten Berliner Schülerinnen und Schüler ihre Halbjahreszeugnisse. Auch dieses Halbjahr geht mit Corona-bedingten Einschränkungen zu Ende. In fast jeder Klasse fehlen Schüler, in Berlin liegt die Inzidenz unter den 5 bis 9-Jährigen bei 4538 und unter den 10- bis 14-Jährigen bei 4731.

In den Klassenzimmern fehlen Kinder, weil sie selber Corona haben oder weil sie als Kontaktperson von Angehörigen in Quarantäne sind. Die Präsenzpflicht ist ausgesetzt.

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Zeugnisausgabe in geleerten Klassenzimmern

„Etwa ein Drittel meiner Klasse ist im Moment zu Hause. Ein paar Schüler fehlen wegen Corona. Oder wegen Impfreaktionen. Oder weil ihre Familienmitglieder erkrankt sind und sie noch auf ihr Testergebnis warten. Es ist für mich gerade gar nicht so leicht, den Überblick zu behalten, wer wegen was fehlt“, sagt Martin Schneider, der an der Evangelischen Schule Neukölln unterrichtet, in einem Bericht der Berliner Zeitung. An einer Pankower Schule dürfen die Eltern der Kinder, die krank oder in Quarantäne sind die Zeugnisse der Kinder am Schultor abholen. Andere werden im Sekretariat deponiert oder in Kopie per Post versendet.

Not macht erfinderisch.

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Zum Zeugnis erhalten die Schüler heute statt Blumen auch einen Corona-Test. Sie sollen ihn benutzen, bevor sie nach den Ferien in die Klassenzimmer zurück kehren. Dann wird auch wieder fünf Mal in der Woche getestet. Nach zwei Jahren Schule in Pandemiezeiten fand das gesamte letzte Schulhalbjahr immerhin als Präsenz-Semester an den Schulen statt, in der Pandemie lernt man, sich über die kleinen Dinge zu freuen. Normal war das Schuljahr dennoch nicht.

Bis Ende Februar keine Präsenzpflicht

Und es geht so weiter. Bis Ende Februar ist es Eltern zunächst freigestellt, ob sie ihre Kinder in die Schule schicken. Ein Anspruch auf Homeschooling besteht nicht. Doch nicht wenige Lehrer bemühen sich, auch die Kinder zu Hause gut zu versorgen. „De facto müssen wir gerade eine doppelte Beschulung leisten“, so Martin Schneider.

Vor den Schülerinnen und Schülern liegt nun eine Woche ohne schulische Verpflichtungen, ein kurzes Verschnaufen nur, bevor es in die nächste Runde geht. Für einige Schüler geht es in die Winterschule um Lücken zu schließen.

Sorgentelefon bei schlechten Noten

Wie immer zur Zeugnisausgabe bieten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Sorgentelefons ihre Beratungen am 28. Januar von 10 bis 13 Uhr an. Zu erreichen sind sie unter 030/902276028 (Grundschulen), 902275834 (Schulen mit sonderpädagogischem Förderschwerpunkt), 902275865 (Integrierte Sekundarschulen und Gemeinschaftsschulen), 902276356 (Gymnasien) oder 902275499 (Berufliche Schulen).