Die MIO-Bar in Berlin-Mitte. imago images/Westend 61

Mindestens zehn Menschen haben sich während eines Barbesuchs in Berlin-Mitte mit dem Coronavirus infiziert. Das teilt das Bezirksamt am Mittwoch mit. Die Personen seien teilweise in Berlin, aber auch in anderen Städten gemeldet. Gesucht werden nun weitere Gäste der Bar.

Wer sich am Freitag, den 10. Juli, zwischen 21 Uhr abends und 3 Uhr morgens im Restaurant (Indoor Bar) MIO Berlin - direkt unter dem Fernsehturm - aufgehalten hat, sollte sich an das für ihn zuständige Gesundheitsamt wenden, hieß es vom Bezirk.

Wer in Mitte gemeldet ist und Gast der Bar war, kann zwischen 8 und 17 Uhr für weitere Informationen unter 030 - 9018 41000 anrufen.

Bezirksbürgermeister von Dassel droht mit drastischen Bußgeldern

Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel (Grüne) kündigte am Mittwoch verstärkte Kontrollen von Ordnungsamt und Polizei auf der Partymeile des Bezirks an. Bei Verstößen würden «Bußgelder in der maximal rechtlich zulässigen Höhe» verhängt.

«Immer häufiger» würden in der Gastronomie im Bezirk die geltenden Regeln «grob missachtet», erklärte von Dassel. Er verwies auf RBB-Berichte über «völlig überfüllte Lokale» entlang der Tor- und Brunnenstraße, in denen vielfach die Maßnahmen zur Eindämmung des Virus ignoriert worden seien. In einem Offenen Brief an Inhaber von Bars, Kneipen und Restaurants in Mitte forderte er, bei den Gästen ausnahmslos die in der Corona-Pandemie weiterhin geltenden Abstands- und Hygieneregeln durchzusetzen sowie Schutzmaßnahmen konsequent zu befolgen.

Bitte lassen Sie es nicht so weit kommen, dass Ihr Betrieb wegen massiver Verstöße gegen die Infektionsschutzverordnung von Ordnungsamt und Polizei sanktioniert und in letzter Konsequenz geschlossen werden muss."

Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel

«Gewähren Sie unbedingt nur so vielen Menschen Zutritt, wie das zurzeit gestattet ist, um die Abstandsregeln einzuhalten. Achten Sie verlässlich darauf, dass Ihre Gäste Mund- und Nasenschutz tragen, sobald sie nicht an einem festen Platz sitzen», heißt es in dem Brief. «Und führen Sie bitte verlässliche Kontaktlisten, damit alle Ihre Besucher informiert werden können, wenn sich eine infizierte Person in Ihrem Lokal aufgehalten hat», forderte von Dassel. «Bitte lassen Sie es nicht so weit kommen, dass Ihr Betrieb wegen massiver Verstöße gegen die Infektionsschutzverordnung von Ordnungsamt und Polizei sanktioniert und in letzter Konsequenz geschlossen werden muss.»

Zu dem aktuellen Fall in dem Lokal am Fernsehturm erklärte von Dassel, es handle sich um eine zu einem Tanzlokal umgebaute Bar. Nach den positiven Tests sollen sich weitere Gäste melden, die sich am betreffenden Abend zwischen 21.00 Uhr und 3.00 Uhr dort aufgehalten haben. Sie werden gebeten, sich mit dem Gesundheitsamt Berlin Mitte oder dem jeweils zuständigen Gesundheitsamt in Verbindung zu setzen. Der Bezirk Mitte stellt dafür auf seiner Internetseite einen sogenannten Erhebungsbogen bereit, der ausgefüllt und eingeschickt werden soll.

Ob es auch in dem betroffenen Lokal Hinweise auf Verstöße gibt, konnte ein Sprecher des Bezirksamts zunächst nicht sagen.

Vor allem zu Beginn der Pandemie hatte es ähnliche Aufrufe von Berliner Bezirken nach entdeckten Infektionen bei Bar- und Clubbesuchern gegeben. Teils waren auf diese Weise Dutzende weitere Fälle entdeckt worden. Die Clubs wurden angesichts des hohen Infektionsrisikos geschlossen. Als problematisch gelten insbesondere schlecht belüftete Innenräume, in denen sich viele Menschen ohne ausreichenden Abstand aufhalten, laut miteinander sprechen oder singen.

Derzeit bewegen sich die Infektionszahlen in Berlin auf relativ niedrigem Niveau. Laut Mitteilung vom Dienstagabend waren im Vergleich zum Vortag 35 neue Fälle gemeldet worden.