Der Haussperling ist der in Berlin am weitesten verbreitete Vogel. imago stock&people

Anfang Januar hockten auch zahlreiche Berliner an ihren Fenstern, auf den Balkonen oder in ihren Gärten – und zählten eifrig die Vögel, die sich in der Nähe niederließen. Und nun ist es endlich da, das Ergebnis der „Stunde der Wintervögel“! Und das überrascht: Erneut erweist sich Berlin als gutes Pflaster für Spatzen – denn auch bei der aktuellen Zähl-Aktion war der Vogel der am meisten gezählte in der Hauptstadt.

Stunde der Wintervögel: Rund 94.000 Vögel wurden in ganz Berlin gezählt

Insgesamt 4,300 Berliner und Berlinerinnen meldeten demnach rund 94.000 Vögel von rund 2700 Standorten. Deutschlandweit waren es 176.000 Menschen, die an 120.000 Standorten mehr als 4,2 Millionen Vögel meldete. Das sind Zahlen für eine solide Auswertung – und die besagt, dass der Haussperling in der Hauptstadt erneut der am häufigsten vorkommende Vogel ist. „In Berlin konnten fast 24.000 Individuen gezählt werden, womit der Spatz in annähernd 70 Prozent aller untersuchten Gärten vertreten war“, teilt der Nabu mit.

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„Der Sperlingsbestand in Berlin ist im Großen und Ganzen stabil“, sagt Ansgar Poloczek, Artenschutzreferent des NABU Berlin. „Auch andere Untersuchungen bestätigen das. Wir freuen uns sehr darüber, weil wir in anderen deutschen Großstädten Rückgänge sehen.“

In Hamburg, Köln und München komme der Vogel etwa weitaus seltener vor. Und warum in Berlin? . „Der Haussperling findet an Altbauten eher einen natürlichen Unterschlupf als an Neubauten, wo Lebensstätten für Sperlinge oft energetischen Sanierungen zum Opfer fallen.”

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Allerdings gibt es auch eine schlechte Nachricht: Insgesamt wurden weniger Vögel gezählt. . „Im bundesweiten Mittel sehen wir einen abnehmenden Trend: Während im ersten Jahr der Aktion 2011 noch fast 46 Vögel pro Beobachtung gezählt wurden, waren es dieses Jahr mit 35,5 durchschnittlich zehn Vögel weniger“, sagt Poloczek. „In der Hauptstadt haben sich die gemeldeten Zahlen hingegen seit einigen Jahren stabilisiert. Mit 34,2 Vögeln pro Garten liegt sie heute sogar etwas höher als in den letzten drei Jahren.  Das zeigt, dass der Lebensraum Stadt ein wichtiges Refugium für viele Vogelarten ist. Diese Bedeutung und somit auch Verantwortung der Stadt für die Artenvielfalt dürfen wir nicht aus den Augen verlieren!”