Yvonne Catterfeld ärgert sich über Schubladendenken. dpa/Adam von Mack

Sängerin Yvonne Catterfeld hat dieser Tage sehr viel Bildschirmpräsenz. Ihr neues Album ist draußen. Und zwei neue „Wolfsland“-Krimis laufen auch. Wie geht es dem Star eigentlich so?

Yvonne Catterfeld erzählt am Telefon. Dass sie zuhause am Rande von Berlin gemütlich auf der Couch lümmelt, eine Kerze angezündet hat und ins Grüne schaut. Im Hintergrund schnurrt ihre Katze. Das ist nicht immer so: „Sonst fahr' ich wie eine Wilde durch die Stadt, rein und raus“, sagt Catterfeld, deren neues Album „Change“ (Veränderung) an diesem Freitag erscheint. Bereits am Donnerstag läuft der erste von zwei neuen „Wolfsland“-Krimis. Dort ist Catterfeld als Ermittlerin Viola Delbrück an der Seite von Götz Schubert als ihr Kollege Burkhard „Butsch“ Schulz um 20.15 Uhr im Ersten zu sehen. Mehr als fünf Millionen schalten regelmäßig ein.

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Allein zuhause, so ist im ersten Lockdown auch der namensgebende erste Song des Albums entstanden. Anders als gewohnt, singt die Sängerin und Songwriterin nicht mehr auf Deutsch, sondern auf Englisch über Veränderungen, Abschiede, Ängste und Risiken. „Ich hatte bereits neue deutsche Songs, aber hatte keine Lust mehr, weiterhin auf Deutsch zu schreiben.“ Es sei eher „ein verzweifeltes Rumgesuche und Ausprobieren und wieder Verwerfen von Songs“ gewesen.

Abschiede, Ängste und Risiken

„Ich weiß noch, ich hab einen Song dann übersetzt ins Deutsche und ich war so frustriert am Ende des Tages. Weil das einfach nicht funktioniert. Das klang einfach anders, das klang dann cheesy“, also kitschig. Sie ist überzeugt: „Ich hätte das Album so auf Deutsch nicht machen können.“ Nun sei es ein sehr treibendes powervolles Album geworden. „Ich finde, es macht Mut, neue Schritte zu wagen.“

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Obwohl für deutschsprachige Hits wie „Für dich“ bekannt, ist es nicht neu für die 41-Jährige, auf Englisch zu singen. Tatsächlich hat Catterfeld die ersten 20 Jahre ihres Lebens im thüringischen Erfurt nur Englisch performt – und auch nur in dieser Sprache singen wollen. Oft nach dem Vorbild der US-Sängerin Lauren Hill, zu Hiphop-Beats. „Und jetzt bin ich dahin wieder zurückgekehrt sozusagen.“

„Ich finde 42 werden jetzt echt schon krass“

Auch privat könnte sie sich kurz vor ihrem Geburtstag am 2. Dezember eine Veränderung vorstellen. „Ich finde 42 werden jetzt echt schon krass. Also es ist ja alles noch gut, aber 42 hört sich einfach anders an“, sagt Catterfeld. „Und deshalb könnte ich mir auch vorstellen, nochmal umzuziehen.“ Könnte sie ihr Weg auch zurück nach Erfurt führen? „Es gab schon so Überlegungen, tatsächlich. Weil ich wahnsinnig gerne in Erfurt bin, und auch oft da bin - und es mich auch emotional zurückzieht“, sagt Catterfeld.

„Da ist einfach eine Verbundenheit zur Stadt. Die aber auch wiederum mit meinen Eltern verbunden ist. Heimkommen-Feeling“, beschreibt sie es. Alle zwei Monate versuche sie in der Stadt zu sein und laufe besonders gerne abends durch die Gassen. Dass Erfurt ihr altes, neues Zuhause wird, ist aber unwahrscheinlich: „Ich bin da einfach mehr im Fokus, kann da nicht so frei durch die Stadt laufen wie in Berlin.“

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Aktuell läuft sie weder durch Erfurt noch Berlin, sondern durchs sächsische Görlitz und Umgebung. Hier werden bereits weitere Filme um das ARD-Ermittlerduo gedreht, bevor „Böses Blut“ und „Die traurigen Schwestern“ Anfang Dezember laufen. „Die beiden fand ich wirklich sehr stark.“ Besonders spannend sei, dass die Beziehungen der beiden Kommissare sich kontinuierlich in der Qualität ändert. Das brauche sie aber auch - eine gewisse Veränderung innerhalb der Drehbücher.

In 20 Jahren Karriere hat sich Catterfeld kontinuierlich verändert

„Sonst langweile ich mich“, sagt Catterfeld. „Wenn sich die Drehbücher nicht ständig weiterentwickeln würden und ich nicht auch mal was zu spielen hätte, was anders ist, neue Facetten möglich sind oder neue psychologische Abgründe aufbereitet werden würden, dann hätte ich, glaub' ich, schon längst aufgehört.“

In gut 20 Jahren Karriere hat sich Catterfeld kontinuierlich verändert, sich unter anderem von der Interpretin zur Songwriterin entwickelt, von der Schauspielerin in einer Vorabendserie zur Hauptrolle in großen Filmen zur Primetime. Ist Mama geworden, hat ein Label gegründet. Dabei mag sie es auch sehr, wenn alles so bleibt, wie es ist. „Aber manchmal müssen Veränderungen im Leben eben sein.“

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Ärgerlich findet sie, dass trotz aller Entwicklungen in der Vergangenheit „immer wieder drauf hingewiesen wurde, Ex-Soundso, Ex-GZSZ-Star. Und man denkt sich: Mann, das ist jetzt aber auch schon 15 Jahre oder noch länger her. Das ist dann einfach mal scheißegal, was man gemacht hat.“ Sie wünsche sich mehr Wertschätzung. „Am Ende will jeder Mensch gesehen werden, für das, was er macht oder ist.“