Der umstrittene Sänger Xavier Naidoo: Sein geplantes Spandau-Konzert sorgt für Kritik. Foto: imago-images/Scherf

Sänger Xavier Naidoo (48) gilt mit seinen Äußerungen als umstritten. Ebenso sein Konzert, dass wegen Corona im August 2021 auf der Zitadelle Spandau stattfinden soll. Parteien und Berliner fordern seit langem vom Bezirksamt, die Show absagen zu lassen. Doch die Behörde mied bisher jede Einmischung. Nun kommt Bewegung in die Angelegenheit. Kulturstadtrat Gerhard Hanke (CDU) will sich mit dem Konzertveranstalter treffen.

Droht das Naidoo-Konzert zu platzen? Denn der Widerstand gegen ihn wächst. Kritiker halten ihm vor, ein Verschwörungstheoretiker zu sein, dessen Äußerungen in der Öffentlichkeit antisemitisch und homophob seien. Wegen politischer Textzeilen in einem Video wirft man dem Sänger dazu auch Rassismus vor. RTL warf ihn deshalb im Frühjahr aus der Jury von „Deutschland sucht den Superstar“. Naidoo bestreitet die Vorwürfe vehement.

Ein Künstler mit solchen Botschaften dürfe man keine Bühne bieten, auch nicht in Berlin. So äußerten sich Politiker wie die Linke-Bundestagsabgeordnete Helin Evrim Sommer und auch die SPD in Spandau zum geplanten Konzert in dem Bezirk. „Naidoo sieht Leute mit einer ganz bestimmten Gesinnung an, deren Erscheinen in der Zitadelle nicht gerade förderlich sein dürfte,“, sagt SPD-Bezirksfraktionschef Christian Haß dem KURIER.

Die Rock-Bühne auf der Zitadelle Spandau: Auf dem Festival 2021 soll auch Xavier Naidoo auftreten. imago-images/Pop-Eye

Denn die Zitadelle gehört dem Bezirk. Es wäre ein Politikum, wenn dieser dem umstrittenen Sänger noch ein öffentliches Forum bieten würde, wenn Naidoo dort auftritt, so die SPD. Um das zu verhindern, müsse das Bezirksamt handeln. Ähnlich sieht es auch der Berliner Journalist Hans-Peter Buschheuer, der gerade eine Bürger-Petition gegen Naidoos Auftritt gestartet hat.

Offenbar auf Grund des wachsenden Drucks erklärte nun Kulturstadtrat Hanke im Kulturausschuss, wegen des Naidoo-Auftrittes „erneut das Gespräch mit dem Konzertveranstalter zu suchen“, hieß es aus seinem Büro auf KURIER-Anfrage. „Allerdings hat der Stadtrat keine Handhabe, eine Absage des Konzerts zu erzwingen“, wurde erklärt.

Kulturstadtrat Gerhard Hanke (CDU) Foto: Bezirksamt Spandau

Denn der Bezirk hat die Zitadelle an den Veranstalter über Jahre vermietet, der laut Vertrag dort eigenverantwortlich Konzerte veranstaltet und festlegt, wer auftritt. Insider vermuten, dass der Bezirk Spandau die Zahlung einer möglichen hohen Vertragsstrafe befürchtet, wenn er den Naidoo-Auftritt behördlich untersagt.

In der Stadt Hof (Bayern) zeigte man sich dagegen mutig. Dort wurde das Naidoo-Konzert abgesagt, das am 14. August stattfinden sollte. Grund war nicht nur die Corona-Pandemie. Der Sänger dürfe auch später in Hof nicht auftreten, habe der Kulturbeirat einstimmig entschieden, so die Stadtverwaltung. „Wir distanzieren uns kategorisch von jedem, der Ressentiments befeuert, antisemitisches oder homophobes Gedankengut verbreitet oder sich von Extremisten vereinnahmen lässt“, sagt Hofs Oberbürgermeisterin Eva Döhla (SPD).