Schauspieler Bjarne Mädel war in seinem früheren Leben Paketbote. imago/Wallocha

Bjarne Mädel hat schon viel erlebt – nicht nur geschauspielert. Als Jugendlicher verbrachte er ein paar Jahre mit seiner Familie in Nigeria. Er war Putzmittelvertreter in den USA und fuhr Pakete aus. Die Rolle in seinem neuen Film „Geliefert“ ist ihm deshalb vertraut.

Treppauf, treppab – für den Film „Geliefert“ musste Bjarne Mädel fit sein. Er spielt darin einen Vater, der mit seinem Sohn bei Regensburg lebt und sich als Paketbote gerade so durchschlägt. Von einem Zweitjob erhofft er sich mehr Geld, doch damit fangen die Probleme erst richtig an. Zu sehen ist das am Mittwoch um 20.15 Uhr im Ersten.

Was kaum einer weiß: Mädel war selbst Paketbote, und er machte nicht die besten Erfahrungen. „Es gehört zu diesem Beruf, dass man Sachen liefern muss. Und eben oft auch an Leute, die keine Lust haben, die Sachen selber die Stockwerke hoch zu schleppen. Einige bestellen ja eben auch genau aus diesem Grund“, so der Schauspieler im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur.

Als Student Pakete ausgefahren, um Geld zu verdienen

Mädel: „Als Student habe ich Pakete ausgefahren, um Geld zu verdienen, und kann mich gut an den permanenten Zeitdruck erinnern. Der Druck, alles loszuwerden, bestimmt den Tag. Man packt das Auto früh morgens voll und eine Erleichterung stellt sich dann erst am Nachmittag ein, wenn man irgendwann die Rückwand sehen kann. Dann weiß man, man schafft es vielleicht, alles zu liefern.“

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Szene aus „Geliefert“: Volker (Bjarne Mädel, re.) schafft es kaum, sich und seinen pubertierenden Sohn Benny (Nick Julius Schuck, li.) mit seinem Job über Wasser zu halten. BR/TV60Film/Juergen Olczyk

Und weiter: „Richtig schlimm ist es, wenn man es eben nicht schafft und Sachen wieder mitnehmen muss und weiß, das kommt dann morgen noch obendrauf. Man hat oft wirklich nicht mal Zeit, etwas zu essen oder auf die Toilette zu gehen, sodass man dann wirklich als Fahrer in die Flasche pinkelt, um Zeit zu sparen. Das ist Realität. Leider.“

Paketbote ist eine ziemliche Buckelei und ein anstrengender Job

Natürlich wurde Mädel als Paketbote auch beschimpft, wenn es mal nicht klappte: Aber der Bote könne in der Regel am wenigsten für verspätete Lieferungen. „Paketbote ist eine ziemliche Buckelei und ein anstrengender Job. Ich finde es schön, dass unser Film den Fokus mal auf diese Berufsgruppe lenkt.“ Also: Einschalten, wenn Bjarne Mädel in seinem neuen Film „Geliefert“ am Mittwochabend liefert!