Zwei Wolfswelpen streifen durch die Kernzone der Döberitzer Heide. 
Zwei Wolfswelpen streifen durch die Kernzone der Döberitzer Heide.  Ingolf König-Jablonski/dpa-Zentralbild/dpa

Es ist nicht der erste Wolf, der in der Hauptstadt gesichtet wurde. Dieses Mal hat sich das Tier auf Wanderschaft durch Spandau gemacht und zu Anrufen bei der Berliner Polizei geführt. Mehrere Menschen hätten das Tier in Berlin-Spandau beobachtet und Samstagabend die Polizei verständigt, teilte das Lagezentrum am Sonntag mit. Sonntagmorgen habe es erneut Anrufe gegeben, berichtete ein Sprecher. Zuvor hatte die „Berliner Zeitung“ berichtet.

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„Unsere Kollegen konnten das Tier selbst sichten und Fotos sowie Videos machen“, sagte er. Ein Experte der Senatsumweltverwaltung habe die Aufnahmen begutachtet. Nach dessen Einschätzung handele es sich um ein junges Einzeltier, wahrscheinlich einen Rüden, der vermutlich aus der Döberitzer Heide komme. „Der macht eine Sightseeingtour“, so der Polizeisprecher.

In dem Naturschutzgebiet westlich von Berlin hatte sich 2021 ein Wolfsrudel niedergelassen. Zunächst waren zwei Elterntiere und vier Welpen auf dem Areal gesichtet worden, im Mai 2022 ging die Heinz Sielmannn Stiftung von insgesamt acht Wölfen auf dem Gelände aus. Und das gerade mal 30 Kilometer vom Alexanderplatz entfernt.

Das Tier, das nun in Berlin gesichtet wurde, sei „nicht konfrontativ“, hieß es von der Polizei. Es gebe darum bislang keine Veranlassung, einzuschreiten. Passanten sollten sich gleichwohl dem Tier nicht nähern, riet der Polizeisprecher.

Es ist nicht der erste Wolf, der in der Hauptstadt gesichtet wurde. Im Januar 2020 etwa hatte Jungwölfin „Juli“ aus Sachsen, die einen Sender trug, nach langer Wanderung ihre Nase nach Berlin-Adlershof hineingesteckt. Außer den Senderdaten hinterließ sie nach Angaben der Berliner Umweltverwaltung jedoch keine Spur. Nach kurzer Zeit wanderte „Juli“ nach Mecklenburg weiter.