Der Wolf fühlt sich vor allem in Brandenburg heimisch. 49 Rudel wurden gesichtet. dpa

Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sie bei uns in der Hauptstadt sind. Die Wölfe, die vor den Toren Berlins immer mehr werden.

Denn laut einer aktuellen Studie wächst die Zahl dieser Raubtiere in Deutschland stetig an. Bundesweit wurden derzeit 157 Wolfsrudel erfasst, der Großteil davon in Brandenburg. Das geht aus den Erhebungen der Bundesländer für 2020/21 hervor, die das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und die Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) soeben veröffentlichten.

Neben Brandenburg mit 49 Rudeln gehören auch Niedersachsen (35) und Sachsen (29) zu den beliebtesten Revieren des Wolfes. Neben den Rudeln wurden 27 Wolfspaare und 19 sesshafte Einzelwölfe bestätigt. Von allen nachgewiesenen Wölfen waren mindestens 403 ausgewachsen.

Gibt es bald Wölfe in Berlin?

Bald könnten sie auch in der Hauptstadt sein. Im Oktober hat sich ein Wolfsrudel innerhalb des Berliner Rings niedergelassen. Die zwei Elterntiere und vier Welpen seien in der Döberitzer Heide in Brandenburg westlich von Berlin gesichtet worden, so die Heinz Sielmann Stiftung.

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Ein Wolfswelpe streift durch die  Döberitzer Heide. Die Tiere kommen Berlin immer näher. ZB

Für das Wolfsmonitoring haben die Bundesländer mehr als 27.000 Hinweise ausgewertet. Im vorhergehenden Monitoring-Jahr 2019/20 waren 131 Rudel, 45 Paare und neun Einzelwölfe nachgewiesen worden. 138 Wölfe wurden tot gefunden, davon starben 107 bei Verkehrsunfällen. Erst am Freitag wurde im Nordwesten Brandenburgs bei einem Zusammenprall mit einem Auto ein Wolf getötet.

Nach Ansicht der Naturschutzorganisation WWF zeigen die aktuellen Zahlen zum Wolfsbestand, dass in Deutschland flächendeckend ein wolfsabweisender Herdenschutz nötig ist. „Weidetierhalter brauchen dafür geeignete Zäune, gut trainierte Herdenschutzhunde, ausreichende Schulungs- und Beratungsangebote sowie finanzielle Unterstützung.“ Dafür sollten die Bundesländer EU-Fördermittel in Anspruch nehmen.

Im Jahr 2020 wurden der DBBW 942 (2019: 887) Wolfsübergriffe mit 3959 (2894) getöteten, verletzten oder vermissten Nutztieren gemeldet. Die Bundesländer mit Wolfsvorkommen gaben demnach insgesamt rund 9,5 Millionen Euro für Herdenschutz- und Schadenausgleichzahlungen aus.