Ein Mann zündet einen Böller an. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

In Brandenburgs größeren Städten herrscht Uneinigkeit über ein Böllerverbot. Potsdam plant ein solches zumindest für einige Plätze. „Wir prüfen aktuell, an welchen Orten die Verwendung von Pyrotechnik zu untersagen ist“, so Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD).

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Dazu zählen Lange Brücke, Alter Markt, der Vorplatz des Filmmuseums, Platz der Einheit, Luisenplatz, Brandenburger Tor und Teile vom Zentrum Babelsberg. Die Landeshauptstadt warte noch auf die neue Umgangsverordnung des Landes, die frühestens am 22. Dezember in Kraft treten wird. „Wir müssen schauen, was dort bereits geregelt ist und was wir als Stadt dann noch regeln müssen“, so Stadtsprecherin Juliane Güldner.

Brandenburg an der Havel verzichtet nach derzeitigen Planungen auf ein Böllerverbot. „Hier ist nicht die Berliner Festmeile am Brandenburger Tor“, sagte Sprecher Jan Penkawa. „Wir haben hier keine Locations, wo tausende Feierwütige auflaufen und ein Partygeschehen ausbricht.“ Mit Blick auf neue Regeln durch Bund oder Land könnte sich das natürlich noch ändern.

In Frankfurt (Oder) ist es ähnlich. „Die Durchführung privater Feuerwerke auf öffentlichen Plätzen ist zum Jahreswechsel 2020/2021 in Frankfurt (Oder) nicht untersagt“, heißt es in einer Mitteilung der Stadt. Aus Sicht der Stadtverwaltung gebe es „erfahrungsgemäß zu Silvester keine Plätze mit erheblich größeren Ansammlungen in der Stadt, die eine Einhaltung der geltenden Verordnungen unmöglich machen würden“. Daneben setzt die Stadt Nahe der deutsch-polnischen Grenze auf die Vernunft der Bürger. Es gelte „konsequent und eigenverantwortlich solche Ansammlungen selbstständig zu vermeiden“.

Stadt Cottbus ruft Bürger zu Rücksicht auf

Auch Cottbus setzt derzeit auf Freiwilligkeit und Vernunft - zumindest bislang. Wie in jedem Jahr komme „der Appel, vernünftig, maß- und rücksichtsvoll mit Feuerwerk und natürlich den Mitmenschen und Nachbarn umzugehen“, so Stadtsprecher Jan Gloßmann. Vor Einrichtungen wie Krankenhäusern, Heimen und sozialen Einrichtungen gelte wie immer ein Böllerverbot. Weitergehende Einschränkungen prüfe man derzeit.

Aus Sicht des Städte- und Gemeindebundes Brandenburg geht es darum, Menschenansammlungen und Kontakte an Silvester zu reduzieren. „Ein örtlich notwendiges Feuerwerksverbot ergänzt dies“, so Geschäftsführer Jens Graf. In den Kommunen seien die Orte bekannt, in denen sich in den letzten Jahren Menschen zum Silvesterfeuerwerk versammelt hätten.