Es gibt Hoffnung für die Partygänger der Stadt. Foto: imago images / Jürgen Ritter

Kommt jetzt ein Berliner Partygesetz? Weil die Clubs immer noch geschlossen sind, sollen alle zwölf Bezirke mögliche Freiflächen zur Verfügung stellen. Das Ziel in Corona-Zeiten: Das Feiern soll organisierter stattfinden, damit nicht wie bei der letzten Party in der Hasenheide ein Schaden von 88.000 Euro entsteht. Und die Clubkultur trotzdem gerettet werden kann. 

In der vergangenen Woche gab es Gespräche mit dem Dachverband der Clubs (Clubcommission) und Vertretern der rot-rot-grünen Koalition. „Ziel muss es sein, dass wir eine gesetzliche Grundlage schaffen, die festlegt, wo und in welchem Zeitraum gefeiert werden soll“, sagt einer, der an der vertraulichen Sitzung teilgenommen hat. Eine Art Partygesetz, das jeden Bezirk verpflichtend darum bittet, ausreichend Plätze anzubieten. Endgültig beschlossen sei aber noch nichts, heißt es aus der Runde. 

Die Bereitschaft, Freiflächen zur Verfügung zu stellen, war zuletzt nämlich unterschiedlich groß. Die Außenbezirke schauten sofort nach neuen Partyhotspots. Ausgerechnet Friedrichshain-Kreuzberg hat sich in den letzten Tagen gesträubt.

Die Stadt ist berühmt für ihre Clubszene. Doch seit der Pandemie gibt es keine Party mehr im Innenraum. Foto: imago images

Trotzdem lobt Lutz Leichsenring, Sprecher der Clubcommission, auf Anfrage den bisherigen Fortschritt. Mit allen zwölf Bezirken hätten die Clubs schon Kontakt gehabt.  Nicht immer seien vorgeschlagene Flächen für den Veranstalter geeignet gewesen, meint er.

Leichsenring verrät dem KURIER, wo im Freien demnächst eine Party stattfindet: So wird vor dem Rathaus Wedding  zum Tag der Clubkultur am 3. Oktober eine Party steigen.

Gesetzt ist demnach auch das Eisstadion in Wilmersdorf und das Eisstadion in Mitte sowie eine alte Werkhalle in Treptow-Köpenick.  In Marzahn-Hellersdorf hat man sich auf den Business Park geeignet. In Spandau steigen schon regelmäßig Partys auf dem Gelände Haselhorst 13.  In Pankow ist der P&R-Parkplatz in Heinersdorf im Gespräch, wie Stadtrat Vollrad Kuhn (Grüne) bestätigt.

Gefeiert wird auch in Lichtenberg: Im  Industriegebiet in der Bürknersfelder Straße stellt der Berliner Projektentwickler CREO Group dazu 9.000 Quadratmeter Grundstücksfläche zur kulturellen Zwischennutzung zur Verfügung.  

Darüber hinaus planen etlichen Clubs, die Außenflächen zu vergrößern, um die Veranstaltungen nach draußen zu verlegen. Am 3. Oktober ist Tag der Clubkultur. Zu diesem Termin steigen viele Partys im Freien.