Ramona Pop (Grüne). Foto: mago images/Reiner Zenseni

Eine Stadt kämpft um ihre Kaufhäuser – und streitet sich. Wenige Tage nachdem Karstadt/Kaufhof die vor dem Aus stehende Filiale im Ring-Center von der Streichliste genommen hat, kommt ein Vorschlag, der die Kaufhaus-Manager freuen wird. Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) regt an, dem Einzelhandel einen verkaufsoffenen Sonntag pro Monat einzuräumen. Ob Pop damit im Senat durchdringt, ist unklar.

Der Vorschlag fällt ins Insolvenzverfahren des Warenhauskonzerns. Nicht zuletzt die Corona-Pandemie mit der Schließung aller Geschäfte habe den Konzern in eine Schieflage gebracht. Nun sieht ein Sanierungsplan das Aus für bundesweit 62 Kaufhäusern vor.

In Berlin sollten sechs Häuser schließen, Kieze drohen zu veröden. Seit Wochen bearbeiten deswegen Senatorin Pop und der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) Karstadt/Kaufhof sowie die Vermieter der Immobilien.

Am Freitag gab es einen Erfolg: Galeria Kaufhof im Ring-Center ist gerettet. Weiter bedroht sind die Galeria-Filialen im Linden-Center in Hohenschönhausen und in den Gropius-Passagen in Neukölln sowie die Kaufhaus-Standorte am Tempelhofer Damm, am Leopoldplatz in Wedding sowie an der Wilmersdorfer Straße.

Derzeit gibt es jährlich bis zu acht verkaufsoffene Sonntage, dazu gehören die Adventssonntage. Geöffnet werden darf jeweils von 13 bis 20 Uhr.

Doch dieses Jahr ist coronabedingt alles anders. „Da derzeit Großveranstaltungen nicht möglich sind, werbe ich dafür, in dieser wirtschaftlich angespannten Lage mehr Sonntagsöffnungen möglich zu machen“, so Senatorin Pop.

Arbeits- und Sozialsenatorin Elke Breitenbach (Linke) sagt: „Es gibt ein Ladenöffnungsgesetz, und daran werden wir uns halten.“ Streit liegt in der Luft.