Die Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) schwört Berlin auf einen harten Winter ein.
Die Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) schwört Berlin auf einen harten Winter ein. imago/Christian Ohde, imago/photothek

Oh weh, es kommen unausweichlich harte Zeiten auf uns zu, wenn schon die Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) Bürger und Verwaltung zum Energiesparen auffordert. Am Dienstag war es so weit, Giffey warnte vor großen Energieengpässen im kommenden Winter.

Die Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey hat die Berliner auf mögliche Probleme bei der Energieversorgung im Winter eingestimmt. Außerdem kündigte sie nach der Senatssitzung am Dienstag an, auch die Verwaltung müsse Energie sparen.

Eine Überlegung ist, die Heizungen entsprechend runterzudrehen. „Im Moment ist die Versorgung gesichert“, sagte Giffey. „Aber durch die reduzierten Gaslieferungen sind wir in einer Situation, dass wir wahrscheinlich unsere Gasspeicher nicht so füllen können, dass sie bis zum Winter den vorgeschriebenen Füllstand erreichen.“

Ziel ist ein Füllstand von 90 Prozent bis zum 1. November. „Der aktuelle Füllstand liegt gerade bei 60 Prozent“, sagte Giffey. Der mehrtägige Lieferstopp durch die Wartungsarbeiten an der Gaspipeline Nord Stream 1 ab Anfang kommender Woche erschwere die Befüllung zusätzlich, warnte die SPD-Politikerin. Und es sei nicht sicher, wie viel Gas Russland nach der Wartung liefere. „Wir haben also mit Blick auf den Winter Handlungsbedarf auch bei uns in der Stadt.“

Der Senat habe deshalb beraten, welchen Beitrag die Landesregierung zum Energiesparen leisten könne. Mit dem Thema soll sich die Arbeitsgruppe Energieversorgungssicherheit näher beschäftigen, die seit April aktiv ist. „Wir haben uns verständigt, dass die Arbeitsgruppe am 14. Juli ressortübergreifend zusammenkommt“, sagte Giffey.

Bürgermeisterin Franziska Giffey kündigt Maßnahmenplan an

Dann soll über Details beim Energiesparen gesprochen werden. Für August kündigte Giffey einen Maßnahmenplan an. „Das Ziel, das der Wirtschaftssenator dazu ausgegeben hat, ist, dass wir zu mindestens zehn Prozent Einsparungen kommen.“

Es gehe vor allem um die Heizung öffentlicher Liegenschaften, sagte Giffey und nannte eine leichte Absenkung der Raumtemperatur als Sparmaßnahme. Auch in der Bevölkerung müsse bekannt gemacht werden, wie sich Energie sparen lasse.

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Im Moment seien Versorgungsprobleme nicht akut. „Aber wenn wir vorplanen auf den Winter, dann sehr wohl“, betonte Giffey. „Für uns in Berlin ist eine ausreichende Gasversorgung auch mit Blick auf die Fernwärme zentral.“ Demnach werden 43 Prozent der Berliner Haushalte über Fernwärme, 37 Prozent direkt über Gas und 16 Prozent über Öl versorgt. „Daran sehen Sie, wie essenziell diese Fragen sind.“

Unklar ist noch, ob der Berliner Senat Wärme und warmes Wasser rationieren will. Denkbar ist etwa, dass Duschen nur noch zu bestimmten Tageszeiten erlaubt sein wird.