Der Aquadom im Sealife nach den Sanierungsarbeiten im Sommer. Das riesige Aquarium in einem Hotel war am 16. Dezember zerschellt.
Der Aquadom im Sealife nach den Sanierungsarbeiten im Sommer. Das riesige Aquarium in einem Hotel war am 16. Dezember zerschellt. Annette Riedl/dpa

Es war eine Katastrophe, die in ihrem Ausmaß noch viel schlimmer hätte ausgehen können für Berlin. Vor genau einem Monat explodierte die riesige Touristen-Attraktion Aquadom – ein Mega-Aquarium inmitten einer Hotellobby. Was ist seitdem passiert? Vor allem: Wie geht es weiter? Und: Wird der Aquadom wieder aufgebaut? Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.

Lesen Sie auch: Todesdrama am Brandenburger Tor: Auto kracht in Wahrzeichen – Fahrer sofort tot >>

Was war passiert?

Am 16. Dezember 2022 war das Großaquarium Aquadom mit 1500 Fischen in dem Berliner Hotel nahe des Alexanderplatzes geplatzt. Gegen 5.45 Uhr war das 16 Meter hohe Becken des Aquadoms mit einem lauten Knall zerschellt. Eine Million Liter Wasser überschwemmten nicht nur die Straße, sondern liefen auch bis ins dritte Untergeschoss. Auch Teile des DDR-Museums wurden zerstört.

Lesen Sie auch: Schock-Prognosen fürs Wetter: Schnee und Eiseskälte? Im Februar droht der große Blackout >>

Lesen Sie auch: Horoskop für heute: Montag, der 16. Januar 2023! So wird der Tag – laut Ihrem Sternzeichen >>

Wie geht es den überlebenden Fischen nach der Aquadom-Katastrophe?

Fast alle 1500 Fische aus dem Aquarium starben. Aus den unterirdischen Zuchtbecken waren nach Angaben des Gebäudeeigentümers aber rund 630 Fische gerettet worden. Sie wurden an den Zoo, das Sealife im Dom Aquarée und an ein Netzwerk von Spezialzüchtern weitergegeben.

Lesen Sie auch: Drama um 27-jährige Mutter: Krankenhaus schickt sie dreimal weg – jetzt ist sie tot! >>

Neun der insgesamt rund 200 übergebenen Tiere seien gestorben, teilte eine Sprecherin des Zoos am vergangenen Montag mit. Sieben davon seien bereits tot angekommen oder kurz danach ihren Verletzungen erlegen. „Alle anderen haben sich gut erholt.“

Lesen Sie auch: Mit Video! Riesen-Aquarium Aquadom zerschellt +++ 1000 Tonnen Wasser fluten Karl-Liebknecht-Straße +++ Zwei Verletzte +++ Materialermüdung oder Anschlag? >>

Wie geht es den Verletzten?

Glück im Unglück: Bei der Aquadom-Katastrophe gab es nur zwei Leichtverletzte, da das Riesen-Aquarium sehr früh am Morgen explodierte ist und noch nicht viel Betrieb herrschte. Ein Hotelmitarbeiter und ein Gast waren zu Schaden gekommen. Der bei dem Vorfall leicht verletzte Mitarbeiter sei bereits vor Weihnachten aus dem Krankenhaus entlassen worden.

Dutzende Rettungswagen stehen nach der Explosion des Aquadoms bereit. Zum Glück gab es nur zwei Leichtverletzte.
Dutzende Rettungswagen stehen nach der Explosion des Aquadoms bereit. Zum Glück gab es nur zwei Leichtverletzte. Morris Pudwell

Wie geht es weiter? Wird der Aquadom wiederaufgebaut?

Es muss ein Gutachten erstellt werden. Ein Sprecher des Gebäudeeigentümers hatte diese Woche mitgeteilt, dass zurzeit die Auswahl dafür laufe. Der offizielle Auftrag könnte demnach noch im Januar vergeben werden.

Nach Aufräumarbeiten und der Herstellung der Sicherheit im betroffenen Gebäudeteil seien die Voraussetzungen für einen „Baustellenbetrieb“ geschaffen, hieß es. „Vermutlich wird noch im Januar die Beräumung des Gebäudes abgeschlossen werden – ein wichtiger Meilenstein, um Zug um Zug den Betrieb in allen betroffenen Bereichen wieder hochfahren zu können.“

Wie es mit dem Aquadom an sich weitergehen und ob er wieder aufgebaut werden soll, blieb bisher offen.

Lesen Sie auch: Aquadom geplatzt: Typisch Berlin? Das Mega-Aquarium wurde gerade erst für Millionen saniert!>>

Wie geht es nach der Aquadom-Katastrophe mit dem Hotel weiter?

Das Hotel, in dem der Aquadom geplatzt ist, bleibt vorerst weiter geschlossen. Es sei natürlich geplant, das Hotel wiederzueröffnen, sagte ein Sprecher des Hotels der Deutschen Presse-Agentur. „Wann das der Fall sein wird, können wir noch nicht sagen.“ Den genauen Schaden, der für das Hotel durch das geplatzte Aquarium entstanden ist, könne man nicht beziffern. „Der Schaden ist sehr groß. Genaueres lässt sich schwer einschätzen“, sagte der Sprecher.

Lesen Sie auch: PETA fordert Mahnmal für verendete Aquadom-Fische und will Betreiber verklagen>>

Das riesige Aquarium beim Bau im Jahr 2003
Das riesige Aquarium beim Bau im Jahr 2003 Gerd Engelsmann

Wie geht es mit dem unmittelbar darunter liegenden DDR-Museum weiter?

Das Museum ist seit dem Vorfall geschlossen. Die Aufräum- und Renovierungsarbeiten gehen weiter. So werden ab Montag im DDR-Museum zum Beispiel Decken und teilweise Wände abgenommen. „Es ist bei uns direkt nichts zerborsten“, sagte eine Sprecherin. „Das Wasser ist durch die Wände und durch die Decke gedrückt worden.“ Dadurch seien etwa in der aufgebauten DDR-Plattenwohnung die Wände feucht und teilweise komme die Decke herunter.

Aber: „Wir haben alle Kulturgüter retten können.“ Man nutze nun die Gelegenheit, den vorderen Teil des Museums neu zu gestalten. „Wir werden bis 31.3. den ersten Ausstellungsteil offener gestalten und zusätzlich einen rollstuhlgerechten Zugang zu unserer Ausstellung gewährleisten“, sagte die Sprecherin.