Immer wieder treffen sich Demonstranten  zu nicht angemeldeten sogenannten „Spaziergängen“ in der Cottbuser Innenstadt, um gegen die Corona-Maßnahmen zu protestieren. dpa/Frank Hammerschmidt

Demos für und gegen die Corona-Maßnahmen: Eine unangemeldete Demo in Cottbus wurde aufgelöst, doch Hunderte Teilnehmer trotzen der Polizei. In Potsdam ruft die SPD mit einer Kerzenaktion zum Zusammenhalt und Schutz gegen Corona auf.

Rund 3000 Menschen haben sich am Samstag in Cottbus ohne vorherige Anmeldung zu einem Protest gegen Corona-Maßnahmen versammelt. Die Polizei habe die Versammlung rund um den Altmarkt und die Oberkirche aufgelöst, sagte ein Sprecher. Als Gründe gab er an, dass sich kein Versammlungsleiter zu erkennen gegeben habe und fast alle Teilnehmer keine Maske getragen hätten.

Rechtsextremistischer Verein „Zukunft Heimat“ unterstützt die Corona-Proteste

Danach hätten zahlreiche Menschen bei mehreren ebenfalls nicht angemeldeten Protestzügen mitgemacht. Die Beamten nahmen demzufolge die Identitäten von rund 250 Menschen auf und erstatteten gegen sie Ordnungswidrigkeitsanzeigen, weil sie gegen das Versammlungsgesetz verstießen. Der Verein „Zukunft Heimat“ unterstützt den Protest in Cottbus. „Nur auf der Straße werden wir die drohende Impfpflicht verhindern. Schließt Euch an!“, schrieb er am Samstag bei Twitter. Der Verein gilt nach Einschätzung des Brandenburger Verfassungsschutzes als gesichert rechtsextremistische Bestrebung.

Am Sonntag gab es nach Polizeiangaben in Cottbus einen Autokorso. In Woltersdorf (Landkreis Oder-Spree) und in Kyritz (Ostprignitz-Ruppin) habe es weitere Proteste gegen Corona-Maßnahmen mit einer jeweils niedrigen dreistelligen Zahl an Teilnehmern gegeben. In Königs Wusterhausen (Dahme-Spreewald) protestierte am Samstag laut Polizei eine niedrige zweistellige Zahl gegen Beschränkungen. Landesweit nehmen die Kundgebungen gegen Corona-Maßnahmen zu.

„Wir halten zusammen!“ SPD gedenkt mit Kerzen-Aktion den Opfern der Pandemie

Es gibt aber auch Aktionen zugunsten der Schutzmaßnahmen. Mit mehr als 100 Kerzen warb die SPD in Potsdam am Samstag für Zusammenhalt in der Corona-Pandemie. Am Brandenburger Tor wollte sie damit auf die Mehrheit aufmerksam machen, die sich und andere zum Beispiel mit einer Impfung oder mit Masken schützt, aber auch der Opfer der Pandemie gedenken. Die Kundgebung unter dem Motto „Wir halten zusammen!“ war wegen der Pandemie laut SPD bewusst nicht als große Versammlung geplant; nur etwa ein Dutzend Teilnehmer waren dabei.

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Brandenburgs Wissenschaftsministerin Manja Schüle (SPD) sagte mit Blick auf die klare Mehrheit der Bundesbürger, die sich bisher mindestens einmal haben impfen lassen: „Ich stehe hier für 62 Millionen Menschen, die sich solidarisch zeigen und die ihre Nachbarn, ihre Freunde und Kollegen schützen und vor allen Dingen unsere Kinder.“